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Prada Meinhoff – Prada Meinhoff

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Prada Meinhoff, was ein Bandname?! Eine Abwandlung des RAF-Sternes in lila-pink als Logo. Der Hinterkopf skandiert ganz automatisch Hass-Parolen. Weit gefehlt. Elektro-Punk in lebensbejahender Ekstase ist der rote Faden.

Die erste Strophe von „Brand“ steigt direkt ein, beim Kater danach. Minimaler, stampfender Elektro-Beat mit Knarze-Bass auf den Punkt. Ab der ersten Sekunde zielen sie auf Nächte mit Exzess und ohne Ende, bevor die Sonne aufgeht.

Der Gesang von Chrissi Nichols ist pure ungebändigte Energie. Knallige und minimale Elektronik von René Riewer liegt darunter. Mit dem E-Bass sorgt er für den richtigen Anteil organischen Sound. Thematisch zwischen Party und erwachsen aka vernünftiger werden („Schluss“). Vernunft meets Rebellion.

Spätestens „Cocktail“ eskaliert auf jeder Tanzfläche. „Wir werden vor die Hunde gehen, doch sicher nicht heut Nacht“. Und los geht der Beat zum Refrain. Wildes Hüpfen die einzig mögliche Reaktion. „Wir tanzen und wir tanzen und wir tanzen und wir fühlen nix“.

Das Video von Martin Waldmann visualisiert den Ton. Lack, Leder, Burlesque, Akrobatik, Feuer, Küsse. Exzess als bewusste Flucht. „Sterben tun wir sowieso als alte, alte Kinder. Das weiß ich jeden Tag, doch lass uns jetzt nicht dran erinnern.“

„Gold“ beginnt fröhlich neidisch und führt uns in saugendes Soundchaos. Die beiden kennen über alle elf Tracks nur vorwärts. Einfach, aber gut eingesetzter Elektro-Beat trifft auf Post-Punk-Bass. Vordergründige Ekstase auf unterschwellige Düsterheit. Minimal-Elektro über NDW hin zu Elektro-Noise.

Da darf eine Interpretation von „Eisbär“ nicht fehlen. Subtiler Anfang steigert sich sukzessive in die Ekstase. Der Zwang zur Bewegung bleibt das Thema.

„Komplizen“. „Hab ne Acht-Millimeter. Ich hab nichts zu verlieren. Den Finger fest am Abzug… Blut in meinen Adern. Und erstaunlich wenig Tiefsinn…“. Gehaucht „Wir sind Komplizen“. Meint sie eine Filmkamera, oder eine Schreckschusspistole? Schlussendlich egal. Es geht um Leben, Gefühle und Verbundenheit. Durch die Brust ins Auge, nicht direkt.

„Krieg“. Die Politik kommt in unerwarteter Gestalt. Brechts „Resolution der Kommunarden“ in Grammophon-Sound trifft sein „Einheitsfrontlied“. Mit gnadenlos gezupftem Bass ziehen sie in die Schlacht. Unklar, wem genau Prada Meinhoff den Krieg erklären. „Waffen sind niemals Panzer, nein. Der Angriff soll jetzt Tanzen sein.“ Pogo als Lösung aller temporärer Probleme.

„Dilemma“ versucht, uns wieder runter zu holen, strotzt vor Anspielungen. Riot Grrrl darf nicht fehlen. „Ich wär so gern dabei gewesen.“ Denken wir uns das nicht alle bei den Meilensteinen der Musik, die vor unserer Zeit stattgefunden haben?

Retro-Sounds zeitgemäß und hochmodern zusammengesetzt. Exzessive Eskalation mit Anspruch und versteckter Komplexität. Live werden die zwei jeden Club in Schutt und Asche legen.

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