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So ticke ich nun mal nicht – James Bay im Interview

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Anfang März 2015 katapultierte sich James Bay praktisch über Nacht an die britische Singer/Songwriter-Spitze. Mit seinem Debütalbum „Chaos And The Calm“ begeisterte der hagere Sänger mit dem Hut und den langen Haaren nicht nur Indie-Rock-, sondern auch Blues- und Format-Radio-Fans. Frickel-Licks, bluesige Essenzen und zahlreiche Ohrwurm-Harmonien: Irgendwie war für jeden etwas dabei.

Drei Jahre später ist von der angecrunchten Bay-Fassade aber nicht mehr viel übrig. Der Hut ist weg. Die Haare sind ab. Und auch musikalisch zieht es den Briten hier und da auf seinem zweiten Studioalbum „Electric Light“ in ungewohnte Gefilde. Wir trafen James Bay in Berlin zum Interview und plauderten über Veränderungen, Ziele und den inneren Antrieb.

MusikBlog: James, neue Frisur, neuer Look, neuer Sound: Du präsentierst dich mit deinem zweiten Album nahezu komplett runderneuert. Warum?

James Bay: (lacht) Warum nicht?

MusikBlog: Es verwundert nur ein bisschen, da du ja vor drei Jahren mit deinem Debütalbum und deinem äußeren Gesamtpaket alle um den Finger gewickelt hast. Hat man bei so einem Wandel keine Angst, dass einem die Risikobereitschaft um die Ohren fliegen könnte?

James Bay: Nein, gar nicht. Darüber habe ich mir überhaupt keine Gedanken gemacht. Ich war jahrelang der Typ mit dem Hut und langen Haaren. Das hat alles super gepasst, auch weil meine Musik genau dieses Bild widergespiegelt hat. Jetzt ist der Hut weg und die Haare sind ab.

Und die Musik hat sich einfach ein bisschen weiterentwickelt. Manchmal nimmt man im Leben eine Abzweigung, die keiner – außer man selbst – auf dem Schirm hat. Ich bin kein Typ, der die Herausforderung scheut – ganz im Gegenteil. Ich mache, was ich will. Und diesmal wollte ich eben genau das.

MusikBlog: Ok, aber mal Hand aufs Herz: Man wachst ja nicht irgendwann morgens auf, schneidet sich die Haare, und alles ist genauso cool wie vorher. Was hat dich am meisten Überwindung gekostet? Die Haare abzuschneiden? Den Hut einzumotten? Oder deinem Soundgerüst einen leichten Neu-Anstrich zu verpassen??

James Bay: Ob du es glaubst, oder nicht: Es hat sich alles super und richtig angefühlt. Und zwar vom ersten Moment an. Als ich im Dezember 2016 meine letzte „Chaos And The Calm“ Show hinter mir hatte, wusste ich bereits, dass ich mich und meine Musik verändern werde. Ich meine, ich bin nun mal ein Typ, der nicht gerne auf der Stelle steht. Wenn ich etwas toll finde, dann geht es mir nicht um die Wiederholung, sondern um die Erweiterung.

Natürlich hätte ich alles so lassen können. Ich hätte mit meinem Hut und meinen langen Haaren wieder ins Studio marschieren und ein zweites „Chaos And The Calm“ aufnehmen können. Das wäre der sichere Weg gewesen – der, mit dem alle gerechnet hätten. Aber so ticke ich nun mal nicht. Ich will mit meiner Musik immer mehr Leute erreichen. Das schaffe ich aber nur, wenn ich mir selbst und meiner Arbeit keine Grenzen setze.

MusikBlog: Unter uns: Ganz so dramatisch empfinde ich die musikalische Veränderung nun auch wieder nicht. Sicher, du hast jetzt ein paar Synthesizer mit an Bord und experimentierst mit programmierten Drum-Sounds. Aber im Großen und Ganzen klingt es immer noch nach James Bay. Ist das eine Einschätzung, die du teilst? Oder siehst du das anders?

James Bay: Es freut mich, dass du das so empfindest – denn genau das ist es, was ich mit diesem Album erreichen wollte. Ich wollte den alten James Bay mit pointierten Neuerungen konfrontieren. Das war das Konzept.

MusikBlog: Du sagst, du würdest gerne noch mehr Menschen erreichen wollen. Woher kommt dieser unbändige Antrieb?

James Bay: Ich weiß es nicht. Meine Familie hat mich auf meinem Weg immer unterstützt. Aber meine Eltern haben sich nie hingesetzt und gesagt: Junge, da geht noch viel mehr. Diesen Drang habe ich selbst entwickelt. Ich kann mich noch erinnern, wie ich früher vor dem Fernseher große Augen bekommen habe, wenn ich Bruce Springsteen, Queen oder Michael Jackson in den Stadien spielen sah. All diese Top-Künstler sind Jahr für Jahr größer geworden.

MusikBlog: Neben deinem Co-Writer und Langzeit-Partner Jon Green hast du diesmal High End-Produzent Paul Epworth als zweiten, starken Mann im Produktionsbunde engagieren können. Wie lief die Zusammenarbeit?

James Bay: Wir drei haben super miteinander harmoniert. Jon weiß genau, was ich will und wie wir am besten und effektivsten zum Ziel kommen. Und Paul ist einfach ein Fachmann durch und durch. Ich liebe die Alben, die er produziert hat. Bloc Party, Florence And The Machine, Adele – das sind alles tolle Künstler mit herausragenden Platten.

MusikBlog: Das sind allesamt Musiker, die sich im Laufe ihrer Karriere verändert und weiter entwickelt haben. Kein Zufall, oder?

James Bay: Nein, sicher nicht. Das ist genau die Musik, die Millionen Menschen auf der ganzen Welt begleitet und inspiriert. Ich gehe denselben Weg. Ich setze mir ein Ziel. Und wenn ich erreicht habe, was ich erreichen wollte, dann will ich die nächste Stufe nehmen.

MusikBlog: Vielen Dank für das Interview.

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