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James Bay – Electric Light

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Der langhaarige Gitarrenbarde ist wieder da! Oder? James Bay, der im Jahr 2015 mit „Chaos And The Calm“ und der Hitsingle „Hold Back The River“ international für Aufsehen sorgte, meldet sich mit seinem zweiten Album „Electric Light“ zurück und setzt dabei auf einen ganz neuen Sound.

Wer auf der neuen Scheibe also ähnlich sanften Indie-Pop erwartet, wie auf dem Debüt, hat sich  wie Bay seine Haare geschnitten. Eine Glatze hat der junge Brite nicht, eher einen ähnlichen Wandel durchgemacht wie Tom Ogden von den Blossoms, der von prachtvoller Mähne zu gesichtsverschleierndem Mittelscheitel gewechselt ist.

Dass nicht nur die Frisur für das neue Album geändert werden sollte, war schon nach den ersten Interviews zur neuen Platte klar. Chance The Rapper und Frank Ocean nannte er als Einflüsse für sein Zweitwerk. Die Gitarre sollte immer noch eine Rolle spielen, aber an Stelle der Experementierfreudigkeit des ehemaligen Hutträgers weichen.

Schon die Singles gaben einen ersten Eindruck, inwiefern diese Einflüsse sich wirklich heraushören lassen würden. „Wild Love“ klingt wie ein gelungenes Selbstexperiment, in welchem James Bay sich R’n’B-Elementen und elektronischen Spielereien öffnet, um sich in einem genreüberwindenden Song der Hip-Hop-Garde um Ocean und Tyler, The Creator anzunähern, ohne sein bekanntes Territorium zu verlassen.

Dass die Experimente am Ende des Songs in einem Finale münden, das etwas übermäßig gezwungen und, ob der dauerhaften Dramatik und Dynamik des Songs, auch etwas unnotwendig daherkommt, lässt sich verschmerzen. Die zweite Single „Pink Lemonade“ liefert einen soliden Brit-Rock Track. Beides beschreibt nicht das Gesamtprodukt.

„Intro“ und „Interlude“ zum Beispiel markieren den Versuch, wie im Hip-Hop eine Story zu inszenieren, einen Rahmen zu spannen. Den Rahmen füllen weitere Soundhybriden wie „Wasted On Each Other“, das E-Gitarren mit „Channel Orange“ und „Nostalgia Ultra“ fusioniert, „In My Head“, das Chance The Rapper in Beat und Gospel-Parts durchscheinen lässt und „Wanderlust“, das Jazz in die triefenden Beats eines Jungle-Tracks fließen lässt, aus.

Was wie ein ausuferndes Sammelsurium klingt, hört sich überraschend kompakt an und wirkt trotz einer schwächeren zweiten Hälfte nicht zu lang. „Us“ liefert noch einmal den Herzschmerz, für den Fans von „Let It Go“ (von James Bay, nicht von Elsa) ihn lieben gelernt haben, ohne so zu klingen wie der Vorgänger, der weniger auf Konzept und mehr auf Singles setzte.

Das Album endet in einem Manifest der Liebe und artikuliert damit den Eindruck, den man von „Electric Light“ beim gesamten Hören gewinnt. Mit einem Produkt, das aus der Liebe zur Musik entstanden und in der Öffnung für fremde Genres gereift ist, fehlerhaft an Stellen, was bei Bays musikalischer Vergangenheit kein Wunder ist, beweist Bay wieder einmal: Mut zahlt sich aus.

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