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Newmen – Soft Ware

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Laut eigenen Angaben produzieren die fünf Jungs von Newmen ein sonisches Destillat aus Pop-Jungle, Post-Garage und Neo-Wave – zwischen Asphalt, Sonne und Disco. Auf ihrem Zweitlingswerk kombinieren sie diese Sounds und haben dabei hörbar Spaß, der leider nicht immer ansteckend wirkt.

Im Grunde stellt „Soft Ware“ eine Art Demo Reel dar, eine Konglomerat des Könnens, als wollten Newmen grundlegend zeigen, was sie so drauf haben – es knarzt, lodert, spielt mal glockenhell auf, haucht zart, strahlt lichtdurchflutet, trippt und trappt entlang des Alphabets der Synth-Sounds.

Dabei verlieren sie sich aber in ausufernden Wanderungen durch die Tiefen der Electronica, die mal an den poetischen Sanftmut von Tunng erinnert („All Future“), mal mit Brit-Pop-Einschlag der frühen und noch erträglichen Snow Patrol daherkommt („Velo“) oder einfach instrumental vor sich hin plätschert („Konkord“).

Auf der einen Seite dominiert „Soft Ware“ diese spielfreudige Leichtigkeit, die sich sehr erfrischend durch das komplette Album zieht. Es wird nicht auf Teufel komm raus der Club-Hit zusammenrationalisiert, obwohl einige Songs das Potential dazu haben. Das kann man durchaus hoch anrechnen.

Auf der anderen Seite mäandern die Sounds zu oft etwas zu ziellos umher, so dass die melodische Prägnanz auf der Strecke bleibt. So zum Beispiel im mit subtilen Afrobeats spielenden „Trivial Pursuit“ oder dem etwas aufgeregten Chillwave-Ableger „Finish Fetish“.

Melodien beherrschen Newmen, so dass sie fast schon verschwenderisch mit ihnen umgehen („Emotional Brillance“) und der Spaß an ihre Musik ist durchgehend spürbar. Aber etwas tendenziell Spaßiges wird nicht zwangsläufig besser, nur weil es länger dauert – bestes Beispiel ist das mit acht Minuten mindestens vier Minuten zu lange „Physical Pictorial“.

Wenn der Fokus fehlt, verkommt das spannendste Klangbild zur mosaikhaften Großraumtapete, die man nach kurzer Zeit schon gar nicht mehr bewusst wahrnimmt. Und so wünscht man sich hier und da mehr Präzision, damit die Songs nicht zwangsläufig zur semi-perzeptiven Berieselung verkommen.

„Soft Ware“ entwickelt in den besten Momenten eine auf die Tanzfläche ziehende Sogwirkung und könnte so zu Höhe- und Mittelpunkt des Abends in der Indie-Disco werden, ist am Ende aber eher Begleitmusik für das (mal mehr, mal weniger) ungezwungen-lockere Gespräch an der Bar.

Die Platte macht gute Laune und verfügt über einige Highlights, an die man sich gut und gerne erinnert, aber eben auch belanglose Small-Talk-Phasen, die nicht länger im Gedächtnis bleiben als vom ersten bis zum letzten Ton.

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