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Pram – Across The Meridian

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Genre-Einordnungen sind auch nicht mehr das, was sie mal waren. Vor ein paar Jahrzehnten konnte man Schubladen noch gemütlich vollstopfen, ohne sich viele Gedanken um die jeweiligen Künstler zu machen. Weil die Schubladen neu waren, hat das auch niemanden gestört.

Pram wehren sich seit fast 30 Jahren gegen definitive Kategorisierung. So auch mit „Across The Meridian“. Ob’s dieses Mal erzwungen wirkt oder gelingt?

Erzwungen wirkt es definitiv nicht. Die fünf Briten wagen sich schon im ersten Track „Shimmer And Disappear“ in Territorien, die kategorisierender Beschreibung grundsätzlich entgehen. Eine Kombination aus zu vielen Genres, vom loungigen Folk über den Free-Jazz bis zum Ambient-Indie, liefert schon dort, ganz dem Titel entsprechend, geisterhafte Klänge.

Kaum verortbar sind die Klänge, die Inspiration dahinter aber dafür umso deutlicher. Die Atmosphäre, die hinter Titeln wie „The Midnight Room“, „Shadow In Twilight“ oder „Where The Sea Stops Moving“ steckt ist natürlich. Wie die unvoreingenommene musikalische Darstellung des Geschehens in einer bestimmten Naturszenerie klingt ein Großteil des neunten Albums der Band, die 1990 in der Nähe von Birmingham gegründet wurde.

Ein mitternächtliches Schimmern, dargestellt in bedrückender Unruhe, plötzlichem Ein- und Aussetzen von Tönen und Geräuschschnipseln, erweckt den Eindruck der entrückten Wahrnehmung all dessen, was in ebendieser Atmoshpäre beschrieben werden soll. Die fiebrige Darstellung davon, was schon in hellwachem Zustand einen unterschwelligen Schauer auslöst.

Der Gesang Rosie Cuckstons wirkt dann eher wie die besänftigende Stimme, die in diesem Zustand zu einem durchdringt. Irgendwo zwischen klerikaler und mütterlicher Zuwendung versucht sie, eine Narrative in den Fiebertraum zu bringen.

Prams „Across The Meridian“ steht allein da, liefert wenig Anhaltspunkte für vergleichbare Alben, erst Recht im Feld der Pop-Musik. Zugänglich ist es deswegen verständlicherweise nur bedingt.

Lässt man sich allerdings auf den Trip durchs selbstbedingende Feld der gespenstisch-naturalistischen Klänge Prams ein, dürfte man jedenfalls für eine Weile seinen Spaß daran haben.

Auf der Suche nach musikalischer Freiheit und interpretatorischem Spielraum biedern sich die Briten mit „Across The Meridian“ bei niemandem an. Aus diesem Grund wird das Album seinem Vorbild, der Natur, noch in einem weiteren Punkt nachkommen.

Ohne nach ihr zu suchen, bleibt sie verborgen. Sucht man jedoch nach ihr und öffnet sich selbst der düstersten und verstörendsten Version von ihr, wird man mit Geschichten belohnt, die kein Mensch geschrieben hat, sondern eben die Natur.

Selbstbegründend, selbstbedingend, selbstdefinierend.

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