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Roo Panes – Quiet Man

RubrikAlben
Künstler*inRoo Panes

Einer der wohl wichtigsten Fähigkeiten eines Songwriters sind neben dem Talent, zugängliche oder zumindest beeindruckende Melodien zu komponieren und emotional-ergreifende Lyrics vorzutragen, die Stimme, mit der selbiges geschehen soll: ist sie angenehm oder interessant? Ist sie einzigartig oder trägt die Töne sehr sauber vor?

Die Instrumentierung bei Solokünstlern, die nicht eindeutig im Pop zu verorten sind, hält sich oftmals eher zurück, setzt auf ein paar gezupfte Gitarrensaiten, sanfte Klaviertöne oder bleibt stellenweise aus – Hauptsache, die Stimme, welche Eigenarten sie nun auch mitbringt, wird möglichst emotional durch die Akkorde hindurch gesäuselt.

Roo Panes reiht sich auch mit seinem dritten Album „Quiet Man“ in die meisten, Songwritern zugeschriebenen Vorurteile ein, aber wenn er das tut, dann doch sehr charmant.

Denn ja, es sind auch hier die verspielten Klaviermelodien mit melancholischem Unterton, die auf elf Songs verweilen. Die sanften Gitarrenlaute, die nur beim ganz genauen Hinhören zu vernehmen sind, die beinahe winselnden Gesangseinlagen und subtil eingefädelten Duett-Passagen („Sketches Of Summer“).

RooPanes gelingt es aber, keines dieser Elemente zu gewollt in den Vordergrund zu rücken und damit gleichzeitig auch keines zu benachteiligen. Die musikalischen Spannungen und Steigerungen, wie sie in „Warrior“ und „Cub“ einbaut sind, geschehen geradezu proportional.

Vielschichtige Songs wie „A Year In The Garden“ sind nicht überladen, sondern vielmehr clever und energetisch arrangiert. Auch melodische Folk-Ambitionen kriegt Panes im ausnahmsweise von gezupften Saitenklängen angeführten „Ophelia“ unter.

Doch der Kern seiner Songs liegt bei seinem ambivalenten Gesang: Diesen präsentiert der Brite auch auf „“Quiet Man“ gleichzeitig kühl und warm – ähnlich, wie bei einem jungen Chris Martin. Mal ist er kernig („A Year In A Garden“), dann wieder sanft („Quiet Man“), doch in seinem Unterton vor allem wiederzuerkennen.

Machen diese Eigenschaften und die unaufdringlichen Melodien Roo Panes trotz Klischeebedienung schon zu einem Vorzeige-Musiker seines Genres? Nicht unbedingt. Aber zumindest zu einem herausschillernden, und das wird für den Anfang wohl auch reichen.

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