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the innocence mission – Sun On The Square – Irgendwo dazwischen

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Die kinematographische Inszenierung unwirtlicher Welten wird gerade heutzutage oft als Alleinstellungsmerkmal der Drone-Musik oder des Post-Rock bezeichnet. Fäschlicherweise. Das stellt man fest, wenn man das zehnte Album der US-Amerikaner von The Innocence Mission hört.

Abspann trifft jetzt auf Spannungsbogen, Poesie auf meditative Soundkulisse. „Sun On The Square“ tritt problemlos in die Fußstapfen seiner Vorgänger. Aber wie viel Neues hat eine Band noch zu erzählen, die im Score eines Filmes häufig besser aufgehoben scheint, als auf einem eigenen Album?

Das letzte Album „Hello I Feel The Same“ ist drei Jahre her, die letzte Mitarbeit an einer Filmmusik („Irreplacable You“) noch kein Jahr. Ist „Sun On The Square“ das eine, das andere, oder irgendwo dazwischen?

Dafür wagt man am besten erst einmal einen Blick auf die Musik, den Aufbau des Albums. Auffallend akustisch beginnt das Album mit „Records From Your Room“, einem Track, der arm an Drums und reich an repetitivem Piano und Gitarrenspiel wie ein prologhaftes Intro daherkommt.

Das einleitende Gitarrenspiel setzt durch das ganze Album hindurch kaum aus und schafft so einen Rahmen, in den sich Gesang, Piano und bei Gelegenheit sogar Blasinstrumente und Streicher nach Belieben einfügen.

„Buildings in Flower“ erweckt den, dem Trio oft zugeschriebenen, Geist eines Folk-Orchesters, das melancholische Soundsphären für Abschiedsszenen schafft.

Ungerecht wird man der Musik der US-Amerikaner, wenn man ihren Sound lediglich auf die filmhafte Inszenierung reduziert. Das orchestrale Arrangement von Gesang und Instrumenten, welches auf früheren Alben sogar noch mehr ins Auge stach, begleitet über große Teile des Albums die poetischen Fantasien Peris‘, von denen schon Sufjan Stevens schwärmte.

Alltäglichste Szenerien, wie der „Green Bus“ oder „An Idea Of Canoeing“ halten her, als poetisierte Symbolik für Tragik und Drama – insofern kein Wunder, dass Sufjan Stevens sich darin wiederfindet und wohlfühlt.

Als Outro fungiert „Galvanic“. Der Gesang Karen Peris setzt früh aus und die Instrumente verlaufen sich. Als laufende Credits entfernt „Galvanic“ sich von der dauerhaften tragischen Schlussszene, die „Sun On The Square“ im Großen umfasst und die im Titeltrack ihren Höhepunkt findet.

Minimalistischer als The Sundays, orchestraler als Luluc liefern the innocence mission mit „Sun On The Square“ das ab, was man von ihnen erwarten durfte. Die Musik für den Film, den es nie gab und nie geben wird.

Ob ihre Musik auch ohne begleitendes Filmmaterial funktioniert? Ja, seit fast 30 Jahren und immer noch. Und um die Frage vom Beginn zu beantworten. „Sun On The Square“ ist dazwischen, weder das eine, noch das andere. Obwohl – vielleicht ist’s einfach beides.

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