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Darwin Deez – 10 Songs That Happened When You Left Me With My Stupid Heart

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Nach Herzschmerz und Selbstmitleid klingt der Titel von Darwin Deez’ viertem Album, so als missbrauche er seine Hörer als Therapeuten, die ihm bei der Verarbeitung seiner Trennung beistehen müssten.

Zum Glück (für uns alle) scheint Deez aber Bewältigungsstrategien entwickelt zu haben, die ihm den oben genannten Berufsstand entbehrlich machen und uns ein fröhliches Album bescheren, kein anstrengendes.

„10 Songs That Happened When You Left Me With My Stupid Heart“ – 10 Songs wollen Darwin Deez also „passiert“ sein, als er und sein dummes Herz verlassen wurden. Schon der erste von diesen 10 lässt vermuten, dass es dieses Mal erstens in eine Richtung geht, die wir von dem New Yorker so nicht kennen, und der Albumtitel zweitens ein irreführender sein könnte.

The World’s Best Kisser“, der Opener, kommt komplett ohne Indie-Gitarren-Geschrammel aus: Stattdessen bekommen wir ein eineinhalbminütiges Bohemian-Rhapsody-Gedächtnis-Acapella-Intro, einen tieffrequenten Beat und Synthies. Das klingt weder, als wäre es einfach so passiert, noch besonders traurig, sondern ziemlich durchdacht und außerdem erfrischend und tanzbar.

Dann eine gute Nachricht für alle, die sie vermisst haben: Zum zweiten Track ist die Gitarre wieder da. Und wie! Eine Lo-Fi-Zerre lässt sie „Anna-Maria“ dominieren und nach unaufgeräumten, dreckigen Garagen klingen. In den Strophen singt Deez hier tiefer als in den anderen Songs und man muss sagen: Das steht ihm und vielleicht hätte mehr davon dem Album insgesamt gutgetan.

Nachdem das Album anfangs auf unterschiedlichste Weisen nämlich sehr gut funktioniert, lässt die Platte über die lange Distanz manchmal das vermissen was „Anna-Maria“ noch auszeichnet: Charakter.

Die Gitarren verkrümeln sich wieder weitestgehend und überlassen tröpfelnden Elektro-Beats und Darwin Deez’ Falsett-Gesang das Feld. Das geht auf, wenn die insgesamt doch sehr poppige Klangästhetik aufgebrochen wird (z.B. verzerrte Hihats und quäkender Bassynth in „Say It First“) und erinnert dann oft an Bands wie The Postal Service.

Die unerschütterliche Positivität, mit der Deez seine Trennung verarbeitet und die daraus resultierenden Pop-Melodien führen das Album allerdings von Zeit zu Zeit an die Grenze zur Belanglosigkeit, so dass man fast erleichtert ist, wenn in „Daddys Always“, dem letzten der „10 Songs That Happened When You Left Me With My Stupid Heart“ doch noch so etwas wie Melancholie aufkommt.

Mit ein bisschen mehr Schmerz hätte Darwin Deez uns also durchaus belästigen dürfen. Insgesamt liefert der New Yorker aber ein gelungenes, weil bunt gemischtes und trotzdem stimmiges Indie-Pop-Album ab, das seinem Superhit „Radar Detector“ in Sachen Positivität in nichts nachsteht.

Die Eltern von Deez waren übrigens Anhänger des indischen Gurus Meher Baba, der den Ausspruch „Don’t Worry, Be Happy“ geprägt hat. Man weiß also, woher der Wind weht.

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