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The Lemon Twigs – Go To School

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Manche Leute erzählen Geschichten, die man ihnen nur schwierig abkaufen mag. Auf kritisches Hinterfragen, interessiertes Nachforschen und eingängige Recherche folgt dann auch meist die eine Erkenntnis: War Humbug.

Das gleiche Gefühl begleitet das erste Hören des neuen Lemon Twigs Albums. Unterschied? Ist halt kein Humbug, sondern real, ernst gemeint, Musik.

Die Frage nach dem skurrilsten Geschwisterpaar, das momentan durch die Musikszenen diffundiert, kennt seit dem Ende der Jonas Brothers nur noch eine Antwort. Die Brüder Brian und Michael D´Addario, die sich gemeinsam The Lemon Twigs nennen, füllen zwar nicht die Hallen, die eine Disney-Band füllen konnte, machen aber dafür wenigstens Musik, die einen nicht direkt in einen Mickey-Mouse-induzierten Wahn versetzt.

Obwohl, vom Wahn ist „Go To School“ auch nicht so weit entfernt. Schließlich geht es auf dem Album – und das wird spätestens durch die Zeile „I Know How You Like Your Bananas“ in „Rock Dreams“ offensichtlich – um einen Affen und seinen menschlichen Vater.

Dass nur eine theatralische Inszenierung, wie man sie vielleicht von Queen kennt, dieser skurrilen Prämisse als passendes Gewand dienen kann, ist klar. Die Texte werden dialoghaft rezitiert und „Go To School“ somit zu einem Album, das das Erzählen einer Geschichte zum Konzept macht.

„Go To School“ gleicht einer tragischen und bodenständigen Heldenreise. Wo man in den Texten der Lemon Twigs die großen Lehren des Lebens hören mag, hört man sie auch. Wo man keine Lust auf Analyse mitbringt, verzichtet man halt darauf.

Die einfache Formel, die auch das zweite offizielle Album nach Do Hollywood der New Yorker Band so hörenswert machen, ist die Kombination barockhafter Rockinszenierungen und eingängiger Melodien.

Hätten die Beatles etwa ein Puppenspiel kuratieren und musikalisch begleiten müssen, wäre das Endprodukt dem neuen Album der Lemon Twigs sicher nicht gänzlich unähnlich gewesen.

Der Spannungsbogen ist ähnlich klassisch geraten und hangelt sich vom Abschied („Rock Dreams“) über die Emanzipation und Herausforderungen („The Lesson“, „The Bully“) bis zum tragischen Abschluss der klagenden Katharsis („Born Wrong“).

Wenn dann selbst die Instrumentenwahl nicht mehr wirklich an Rock erinnert, mit dem das US-amerikanische Brüderpaar immer wieder kategorisiert wird, bleibt man verwirrt zurück.

Fasziniert davon, dass ein derart unzeitgemäß strukturiertes Album mit ähnlich unzugänglichem Aufhänger so persönlich und allgemein bewegen kann. Abgeschreckt davon, dass es so klingt, als hätte man es irgendwo im Unterbewusstsein schon abgespeichert, aber noch nie gehört.

Und zu guter letzt beruhigt davon, dass „Go To School“ wohl so nah an einen wirren Traum Freddie Mercurys herankommt, wie es sonst noch niemand schaffte. Chapeau.

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