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Agar Agar (Credit Erwan Fichou & Theo Mercier)

Agar Agar – The Dog And The Future

Was haben ein Hund und die Zukunft gemeinsam? Was da klingt wie der Beginn eines wirklich schlechten Witzes, ist eine durchaus ernst gemeinte Frage, die uns das Debütalbum des französischen Elektro-Pop-Duos Agar Agar quasi aufdrängt.

Es heißt „The Dog And The Future“ und eines vorab, auch nachdem wir das Album gehört haben, können wir das eingangs formulierte Rätsel nicht lösen.

Dafür wissen wir jetzt, dass jene, die schlecht mit unklar bleibenden Dingen umgehen können, ihre Finger von der Platte lassen sollten. Diese wird sie vor größere Probleme stellen, als der Albumtitel.

Alle anderen haben gute Chancen, es zu lieben. Hier eine Zeile aus dem Track „Lost Dog“, die den Tonfall des Albums relativ treffend exemplifiziert: „I don’t care about my dog, sorry – he wrote me a letter, but I don’t give a shit really, offering me flowers“.

Das Album auf kuriose Lyrics zu reduzieren, wäre allerdings ein unentschuldbarer Fehler. Dafür machen Armand Bultheel und Clara Cappagli zu viel richtig.

Die beiden bringen das Kunststück fertig, Understatement und Coolness mit Plastik-Sounds zu vereinen, die klingen, als entstammten sie einem Casio-Keyboard, das es für 59,90 im Sonderangebot einer Discounter-Kette gab.

Dazu gibt es trockene Drum-Maschinen, hin und wieder elektronisches Samba-Getrommel, Synth-Bässe und Sound-Flächen, von denen man nie genau weiß, ob das barocker Kitsch oder spartanischer Minimalismus ist.

Oben drauf eine lasziv von Hunden und versauten Teppichen katastrophisierende Fergie-Donna-Summer-Mischung, die uns Sekunden später als Hohepriesterin Gebete, Zaubersprüche und Sleaford-Mods-artige Raps entgegenspuckt oder das Mikrofon schlicht mit einem Anrufbeantworter zu verwechseln scheint.

Wie das funktioniert, oder wie das in Worte zu fassen wäre, sind nur zwei weitere Rätsel, die uns das Album aufgibt. Tatsächlich scheinen die im Pressetext erwähnten Flokatis aus den 70ern eine halbwegs passende Visualisierung des Gehörten darzustellen, pornös, charmant, ein bisschen trashig, aber nicht im Geringsten billig.

Dieses verwirrende Kraftwerk-Update ist überzeugend, seltsam, aber verdammt überzeugend und vielleicht ist das eben Kunst.

 

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