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Marissa Nadler – For My Crimes

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Sie scheint wie nicht von dieser Welt. Wenn Marissa Nadler voller Melancholie zu ihrem zurückhaltenden Gitarrenspiel haucht und säuselt, hat es etwas Geisterhaftes.

Auch auf ihrem achten Studioalbum „For My Crimes“ macht die US-amerikanische Singer/Songwriterin genau das. Für manche Geschmäcker kommt diese gelebte Larmoyanz auf Dauer der Langeweile gleich.

Der Opener und Titelsong „For My Crimes“ fährt für Nadlers Verhältnisse dick auf. Ihr zartes Fingerpicking wird von tiefen Celloklängen, verzerrten Streichern und Angel Olsens gläsernen Background-Gesängen begleitet.

Natürlich geht es textlich tief in die menschlichen Abgründe hinab. Den Refrain bekleidet die einfache Zeile „Please don’t remember me / For my crimes“. Für den Song ist Nadler in die Rolle eines Verurteilten geschlüpft, der sich der Todesstrafe ergeben muss. Wir wissen nicht, was dieser Mensch getan hat, sondern wohnen nur dem Geständnis seiner Missetaten und der Hoffnung auf Vergebung bei.

Die melancholische und gespenstische Ballade zeigt Nadler von ihrer besten Seite und geht unter die Haut. Obwohl man bei dieser Thematik unweigerlich an ähnliche Versionen einer solchen Geschichte von Nick Cave And The Bad Seeds und Johnny Cash denken muss. Für solch große Fußstapfen ist Nadlers zerbrechliche Geschichte noch ein bisschen zu klein.

Das Problem an „For My Crimes“ sind nicht die einzelnen Songs. Für sich genommen sind das alle folkige, melancholische Balladen, zu denen man sich wunderbar im Leid suhlen und verkatert auf der Couch selbst bemitleiden oder das gebrochene Herz ein Stückchen heiler machen kann. Wer sich in einer solchen Situation befindet, für den ist „For My Crimes“ Balsam für die Seele.

Für alle anderen ist es schlichtweg zu viel des Guten. Fast alle der zehn Songs spielen sich im gleichen Takt ab. Dazu gibt es zwar abwechselnd mal Streicher und mal echoartige Sounds, aber im Grunde klingt vieles gleich.

Das liegt auch an Nadlers Stimme, die wenig Experimente wagt, sondern sich auf dem vertrauten, geisterhaft-melancholischen Glas-Terrain ihrer Kopfstimme bewegt. „Blue Vapour“ ist mit Schlagzeug und seinem rockig-düsteren Sound gegen Ende der einzige Song, der wirklich aus der Maße hervorsticht und für großartige Abwechslung sorgt.

Ohne Frage ist Marissa Nadlers Stimme immer noch wunderschön und einzigartig. Aber „For My Crime“ ist ein bisschen wie ein Date mit einer hübschen Frau, die sich in der Unterhaltung leider nicht wie gehofft als witzig und schlagfertig, sondern als ein wenig zu einseitig herausstellt.

Für einen langweiligen und melancholischen Sonntag ist die Platte trotzdem genau das Richtige.

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