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UMA (Credit Duchess Box Records)

UMA – If You Fall, Someone Will Notice

„Ich kommanda/ Du kommanda/ Er kommanda/ Sie kommanda/ Wer kommanda? TELEKOMMANDA“ – die Parole der Mediengruppe Telekommander bleibt unvergessen.

Die Elektro-Punks sind längst Geschichte, deren Hälfte Florian Zwietnig blieb der Branche anderweitig erhalten. Mit seiner Gattin Ella, deren musikalischer Background außer auf dem Studium der klassischen Musik u.a. auf dem Solo-Projekt Jools Hunter und der Mitgliedschaft in der  All-Star-Band Go Die Big City! fußt, formierte er 2011 UMA, im Folgejahr erschien ihre Debüt-EP „Drop Your Soul“, mit „If You Fall, Someone Will Notice“ folgt nach dem selbstbetitelten Debütalbum von 2014 nun der zweite Longplayer.

Bisher nicht dem BPM-Rausch verfallen, bleibt das Tempo des Duos weiter größtenteils verhalten. Die Befehle, die Tonmeister Florian in die Klangerzeuger einspeist, ergeben trotz ihres technischen Wirkprinzips im Verbund (obwohl die Eheleute streng getrennt von Tisch und Bett bzw. Mikro und Computer arbeiten) mit Ellas Stimme eine Atmosphäre, in der selbst das synthetische Midi-Geblubber eine wärmende Wirkung entfaltet.

Auf dem relativ kurzen Album finden sich Partikel der Binoculers, von Dillon, vielleicht von Austra, später scheint’s, als hätte das Ehepaar im Nachtzug zwischen Frau Zwietnigs alter Heimat Wien und der jetzigen Wirkungsstätte Berlin auf einer Provinzstation Fever Ray aufgegabelt, deren Ethno-Koffer auf dem Bahnsteig stehen gelassen und aus allem eine spannende Eigenkreation entworfen.

In den Tonspuren der vorzugsweise vokal-dominierten Tracks findet sich ein Hauch von Esoterik, die nie ins Nerdtum abgleitet, gefallen nicht nur während „Well Oh Well“ Sound-Effekte, finden sich im Verlauf durchaus flotte Momente, die in „Holding On To Infinity“ überraschen, in „Why“ die Grenze des Nicht-Tanzbaren überschreiten.

Beide bewegen sich in einem gekonnten Balanceakt zwischen Frickelei und zeitgenössischer elektronischer Musik, fügen einen Patchwork aus Stimm- und Tonkaskaden so passgenau zusammen, wie sie diesen unversehens wieder auflösen.

Am Ende bleibt allein unklar, in welche Richtung UMA sich mit ihren Klangkunstwerken künftig bewegen werden, „If You Fall, Someone Will Notice“ bleibt bis dahin Kleinod, dessen Entdeckung Hörvergnügen ist.

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