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John Smith (Credit Commoner Records)

John Smith – Hummingbird

Allen Vorurteilen entgegen gehört viel mehr dazu, ein guter Songwriter zu sein, als ein durchweg hippiereskes Auftreten und ein ständig in die Öffentlichkeit kommunizierter Eskapismus. Im besten Fall sorgt man nicht nur für bewegende Melodien und zarte, musikalische Untermalungen dergleichen, sondern erzählt auch noch hervorragende Geschichten oder bringt zumindest lyrische Feinheiten hervor.

John Smith erfüllt all diese Kriterien. Darüber hinaus ist er ein wahrer Virtuose an der Gitarre, beherrscht besondere Techniken und erstaunt damit auch regelmäßig seine Kollaborationspartner wie Lisa Hannigan oder den mittlerweile verstorbenen John Martyn.

Smiths Spielweisen und Fingerfertigkeiten sollen sogar Ben Howard beeinflusst haben. Seit 2006 hat der in Devon aufgewachsene Brite fünf Studioalben veröffentlicht. Mit dem schlicht benannten „Hummingbird“ geht nun das sechste in die Runde.

Schon der Opener und Titelsong „Hummingbird“ startet erzählerisch. Während Smith das Gleichgewicht zwischen seiner Geschichte und der Musik hält, benutzt der moderne Pionier des britischen Folk nur seine Gitarre, um einen malerischen Eindruck zu hinterlassen.

John Smith braucht keine imposanten Schichten von Instrumenten oder elektronischem Zusatz, sondern stellt das in den Vordergrund, was er eigenhändig schafft. Dabei zupft er während der meisten Songs so hastig, dass dies meist nur beim genaueren Hinhören auffällt.

In „Lowlands Of Holland“ lässt sich Mr. Smith von artverwandten Streichern begleiten, auch ein Chor hilft bei einer geradezu epischen Steigerung der Emotionen.

Das letzte Stück „Unquiet Grave“ hält ebenfalls mehrstimmigen, zarten Frauengesang bereit, doch in Songs wie „The Time Has Come“ oder „Master Kilby“ beruft sich John Smith wieder vollends auf seine Fähigkeiten an der Gitarre.

Seinen Gesang setzt der Engländer dabei ebenso anmutig ein. Die raue Stimme ist fesselnd und verleiht den lyrischen Feinheiten seiner Songs Charakter. Es ist eine Stimme, der man gerne lauscht.

Ähnlich wie den zarten Saitentönen von „Hummingbird“, die eine wohltuende Klang mit sich bringen. Und am Ende sind vielleicht einfach dies die größten Eigenschaften von Songwritern.

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