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Kid Simius – Planet Of The Simius

Vor inzwischen fast zehn Jahren zog es einen jungen andalusischen Studienabbrecher mit dem klingenden Namen José Antonio García Soler aus seiner sonnigen Heimat in das regnerische Berlin. Das erklärte Ziel: Durchstarten mit der eigenen Musik.

Im Normalfall würde man ihn als einen der vielen – mit Drehbuch oder billig produziertem Demoband unter dem Arm – an die Spree pilgernden, selbst ernannten Kreativköpfe mitleidig belächeln, während man ihm gleichzeitig grenzenlose Naivität unterstellt.

In diesem Fall handelt es sich jedoch um Kid Simius: Er kam nach Berlin, sah sich noch im selben Jahr als Mitglied von Marterias Tour-Crew und zog anschließend als Support-Act, Beatbastler und schließlich Solokünstler siegreich durch die deutschen Konzerthallen.

Nachdem dann also alle Skeptiker eines Besseren belehrt, Superhits mitproduziert und diverse EPs sowie ein sogenanntes Mini-Album („Wet Sounds“ enthält immerhin zehn Tracks, wir haben keinen Schimmer, wieso Mini-Album) gedroppt waren, veröffentlicht Kid Simius jetzt das Album, „das er als Musikfan von sich hören wollte“: „The Planet Of The Simius“.

Das ist bemerkenswert: Nicht nur, weil sich zahlreiche andere Musiker und Produzenten seit Beginn der Popmusikgeschichte an genau so einem Projekt die Zähne ausgebissen haben, sondern vor allem auch, weil „The Planet Of The Simius“ so knallbunt, glitzrig und unbekümmert klingt, wie man das sonst höchstens von Bee-Gees-Songs aus den späten 70ern kennt.

Die Vorstellung, Kid Simius könnte an seinen Feierabenden, ganz privat zu „Saturday Night Fever“ durch sein Wohnzimmer schwofen, ist mehr als skurril, besitzt durchaus ihren Reiz, greift aber (leider) doch ein bisschen zu kurz.

Neben der aufgedrehten Cheesiness tragen die elf Albumtracks (+ sieben Remixes) im Gegensatz zur oben genannten Referenz nämlich eine Lässigkeit und Nonchalance in sich, die es der Platte ermöglicht, andauernd über’s Ziel hinauszuschießen, ohne dabei uncool zu wirken.

Das Klangbild um klatschend groovende Beats, kitschige Synth-Flächen, sphärische Arpeggiatoren und kuriose Samples aus so ziemlich allen Bereichen geht auf. Man sollte sich aber wohl in der richtigen Stimmung befinden, eine gewisse Nervgefahr ist sonst gegeben.

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