MØ – Forever Neverland

Mit einer einzigen Kollaboration hat es die dänische Sängerin  geschafft, ein Popstar in ganz Europa und auch in Charts darüber hinaus zu werden. Seit ihrer Zusammenarbeit mit Major Lazer für „Lean On“ ist ihre Stimme gefragt.

So sang sie Zeilen für Elliphant und Avicii ein und arbeitete in diesem Jahr mit Noah Cyrus und Diplo zusammen. Doch auch solo überzeugt die Songwriterin mit der außergewöhnlichen, zerbrechlichen Stimme: ihr zweites Album „Forever Neverland“ bewegt sich lyrisch auf nostalgischen Spuren, liefert musikalisch aber modernen Elektro-Pop.

Schon das knappe Intro macht dabei deutlich, in welche Stimmung MØ in den nächsten 40 Minuten anstrebt: die sanften Synthie-Töne und ihr unaufgeregter Gesang bewegen sich fernab von tanzbarer Club-Musik, mit denen MØ oft assoziiert wird.

Stattdessen präsentiert die Sängerin zwar bunten Pop, der aber nicht immer mit House-Spielereien versehen wird: „Sun In Your Eyes“ bedient sich an simplen Beats und stellt die eingängige Melodie des verspäteten Sommerhits in den Vordergrund.

„Mercy“ ist dagegen eine klavierbetonte Ballade auf den Spuren von Hoziers „Take Me To Church“ mit hastigen Gesangs-Steigerungen. MØ beweist hier ein weiteres Mal nicht nur ihr Talent als Sängerin, sondern auch das als Songwriterin. Als wäre es selbstverständlich, bindet sie klirrende Synthie-Töne in das melancholische Stück und trifft so genau die Mitte von Melancholie und cleveren Pop-Arrangements.

Umso verwundbarer zeigt die Dänin sich in dem einminütigem Song „Hollywood“: Noch weniger musikalische Elemente und wieder das Klavier stellen MØs Gesang und Lyrik in den Vordergrund.

Ein Sound, welcher ihr ebenso schmeichelt wie exotische Rhythmen im Power-Gewand („Way Down“, „Beautiful Wreck“). Auf ihrem zweiten Album komponiert MØ in all ihren Facetten, ohne einen eigenen, roten Faden zu verlieren.

Es gibt wohl nur wenige Künstler im Pop, die dies schaffen und auf die sich viele einigen können. Neben der ebenso talentierten Sia könnte MØ dank „Forever Neverland“ aber schon bald dazugehören.

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