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Simon Lewis – Pilot

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Man ist geneigt, einmal kräftig durchzuatmen, liest man den Pressetext zu Songwriter Simon Lewis’ Debütalbum „Pilot“ – leider handelt es sich dabei um eine Ermüdungserscheinung.

Zu oft hat man sie gehört, die Geschichte vom Mann, der nichts besaß als seine Gitarre und sich seinen Lebensunterhalt mühsam mit Straßenmusik und – weil die Leute eben nur dann Sinn für Talent haben, wenn sie es durch’s Radio hören – einem zusätzlichen Job im Callcenter verdiente.

Erst als das Schicksal noch einmal zuschlägt (Lewis’ Freundin verlässt ihn), zieht er in eine Hütte (es ist die seiner verstorbenen Großmutter), um dort in vollkommener Abgeschiedenheit an seinem Debütalbum zu arbeiten, für dessen Songs er schließlich den in Österreich renommierten Amadeus Austrian Music Award gewinnt und landesweit gefeiert wird.

Schade eigentlich, dass sich ein ironischer Unterton nahezu aufdrängt, ist es doch erstens durchaus möglich, dass alles so passiert ist und zweitens ja an und für sich tatsächlich eine schöne Geschichte.

Die Musik fügt sich perfekt in dieses wohl bekannte Bild: Ein bärtiger, junger Mann singt mit „im-Herzen-immer-Straßenmusiker“-Attitüde und „harte-Schale-weicher-Kern“-Stimme, um sein Leben und die Gunst jenes Teils der Damenwelt, der es ernst mit ihm meint.

Damit keine Missverständnisse aufkommen: Ohne Frage handelt es sich bei Simon Lewis um einen talentierten Zeitgenossen mit angenehmer Stimmfarbe und seine bedeutungsschwanger vorgetragenen, deshalb nur noch eingängigeren, Songs im soliden Gitarren-Pop-Rock-Gewand kann man sich durchaus anhören.

„Pilot“ wird niemandem wehtun und mit Sicherheit gibt es Menschen, denen es große Freude bereiten wird. Innovativ oder neu ist der Inhalt des Albums aber definitiv nicht.

Problematisch ist das nur, weil einen von Zeit zu Zeit dann doch das Gefühl beschleicht, dass es sich für das eigene Lustempfinden ergiebiger gestalten würde, anstatt der vermassentauglichten Mischvariante direkt Lifehouse oder Mumford & Sons zu hören.

Am Ende ist „Pilot“ eine Platte, die perfekt in’s Mainstream-Radio passt, vor allem eben deshalb, weil sie sich wunderbar nebenbei hören lässt. Alle jene, die bewusst Musik hören möchten, sind mit diesem Album weniger gut beraten.

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