Olympique – Chron – Bröckelige Fassade

Vor knapp drei Jahren sorgten die Jungs von Olympique mit der Veröffentlichung ihres Debütalbums “Crystal Palace” für viel Aufsehen in der österreichischen Indie-Rock-Szene. Auch hierzulande konnte das aus Salzburg und Wien stammende Quartett bereits einige Live-Ausrufezeichen setzen. Im Spätherbst 2017 wollen Fabian Woschnagg, Nino Ebner, Vincenz Eder und Mario Fartacek nun den nächsten Schritt gehen.

Inspiriert von Hip-Hop-Größen wie Drake und A$AP Rocky schalten Olympique in den Groove-Gang. Hier und da ein paar Beats, ummantelt von Effekten aus der Maschine: Bereits während des ersten Durchlaufs ihres neuen Albums “Chron” zuckt so manch Fan des Erstlings verwundert mit den Schultern.

Aber keine Bange: Die hibbelige Fassade ist ziemlich bröckelig. Dahinter hämmern, klopfen und werkeln die Ösis mit ähnlichen Werkzeugen wie vor drei Jahren. Soll heißen: Im Vordergrund steht eine abermals international konkurrenzfähige Mixtur aus pulsierendem Arena-Rock und Eingängigem aus dem Indie-Pop-Rock- Bereich.

“True Love” beispielsweise klingt wie der Rock-Song, den Xavier Naidoo nie geschrieben hat. “Freedom” schält sich majestätisch und mystisch durch die Boxen. “So Far Gone” versprüht sphärischen Soundtrack-Charme. Und das jauchzende “Money” schmiegt sich gekonnt an jam-lastige 80s-Pop-Erinnerungen.

Wie schon im Februar 2015 lassen sich Olympique auch dieser Tage nicht vollständig in die Karten gucken. Jede weitere Minute entblößt sich etwas Neues.

Dank des markanten Organs von Sänger Fabian Woschnagg bekommt das beeindruckende instrumentale Schaffen der Band noch einen zusätzlichen Schub, sodass man am Ende als Liebhaber voluminös arrangierter Indie-Rock-Kost nur noch begeistert in die Hände klatschen kann.

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