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You Me At Six (Credit AWAL)

You Me At Six – VI

You Me At Six haben sich über fünf Alben ein definitives Image aufgebaut. Von Sounds, die an Panic! At The Disco erinnerten, über emotionale Balladen aus der Perspektive hoffnungslos Verliebter, bis hin zu intensiven Tracks, die zumindest schon Clubs und mittelgroße Hallen bedienten. Mit „VI“ kommt jetzt das sechste Album der Engländer.

Gleicher Anspruch? Nein, denn schon der Opener „Fast Forward“ macht klar, dass dieses Mal mehr drin ist. Brütender Bass und ein spannender Aufbau öffnen die Türen für große Bühnen.

Der Sound klingt voluminöser und selbstbewusster als auf den Vorgängern. Der Bass zieht sich durch das ganze Album, verleiht den Texten von z.B. „Straight To My Head“ eine Ernsthaftigkeit, die ihnen vom Inhalt allein nicht unbedingt gewährt worden wäre.

Inhaltlich zieht es die Band nämlich immer noch regelmäßig in die Gedankenwelt eines Pubertierenden. Man nehme nur den Titel „Miracle In The Mourning“ – Autsch. „Back Again“ wirkt future-funkig, „I O U“ beweist mit slicker Bassline in minimalistischem Gewand, dass You Me At Six auch langsam können.

You Me At Six wagen sich mit ihrem sechsten Album in die Mainstream-Rock-Schiene um Bastille, Imagine Dragons und Fall Out Boy. Ohne in diesem Moment das Publikum einer dieser Bands zu haben – geschweige denn einen vergleichbar großen Hit – schreien die Songs auf „VI“ nach Halbzeitmusik für den American Football.

Jugendliche Verzweiflung wurde jedenfalls inszenatorisch von erwachsener Gitarrenmusik abgelöst. Wenn man ganz genau hinhört, klingen sogar ein paar chipmunkeske Voice-Samples durch, von denen Fall Out Boy auf ihrem aktuellen Album „MANIA“ auch erstmals Gebrauch machten.

Es bahnt sich was an. Jetzt müssen You Me At Six ihre Songs nur noch „Victorious“, „Centuries“, „ On Top Of The World“ oder „Champion“ nennen, und anfangen, epische Geschichten zu erzählen und sich selbst zu glorifizieren. Und dann?

Dann wird kaum noch ein Sportzusammenschnitt laufen, ohne dass die Jungs in der Playlist landen. Vielleicht klappt’s ja mit „VII“.

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