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Bill Ryder-Jones – Yawn

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Mittlerweile sind es 10 Jahre her, dass Gründungsmitglied Bill Ryder-Jones die Band The Coral verlassen hat. Seitdem hat der Brite sich nicht nur einen Namen als Soundtrack-Komponist und Produzent, sondern auch als Solokünstler gemacht.

Man weiß nie so Recht, was man von Ryder-Jones erwarten soll. Während sein Debüt „If…“ ein orchestraler, imaginärer Soundtrack zu einem italienischen Roman war, ließ er den Klassik-Sound auf seinen letzten beiden Alben zu Gunsten von Folk, der mal Richtung Rock, mal Richtung Minimalismus ausschlägt, gänzlich hinter sich.

Das ist auch weitestgehend auf „Yawn“ der Fall. Obwohl sich hier und dort doch ein bisschen Streicher reinschmuggeln. Aber die Hauptrolle auf dem vierten Album des Briten spielen definitiv die Gitarre, sphärische Klangflächen, verschlafener Gesang und langsame Schlagzeug-Beats.

Manchmal könnte da der Name zum Programm werden. Beispielsweise bei „John“. Ein Song, der mit eben diesen Zutaten schleppend vor sich hin schleicht und mantraartig mit Zeilen wie „I miss you / More than they do“ auch nicht gerade für Abwechslung sorgt.

Aber irgendwas macht Bill Ryder-Jones verdammt richtig. Es sind die Kleinigkeiten, wie beispielsweise der süße, zurückhaltende Background-Gesang oder die Verzerrer, die den Song in aller Ruhe ausklingen lassen. Deswegen schließt man Songs wie „John“ oder „Don’t Be Scared, I Love You“ trotzdem irgendwie ins Herz, obwohl sie auf den ersten Blick abgedroschen wirken.

„Recover“ erinnert mit Gitarrenpicking und seinen Harmonien an Fink und ist dementsprechend ein schnörkelos schöner Folk-Song, der sich mit mehrstimmigen Gesang und spärlich eingesetzten Streichern schmückt.

Aber „Yawn“ ist keine Platte, die vollgepackt ist mit zurückhaltenden Schnulzen, wie der Opener „There’s Something On Your Mind“ direkt klar stellt. Zwar geht es auch hier leise, stilvoll und mit halbem Tempo los, aber nachdem Ryder-Jones einen dreieinhalb Minuten lang schon in Sicherheit wiegt, knarzen die verstimmten Gitarren los und es wird gegniedelt, was das Zeug hält. Dinosaur Jr. lassen grüßen.

Und genau das unterscheidet Bill Ryder-Jones von vielen andern Singer/Songwritern. Statt sich für eine Richtung zu entscheiden, packt der Brite in „Yawn“ alles zusammen und zaubert so einen Blumenstrauß, der zwar in keine Vase passt, aber dafür wunderschön bunt ist.

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