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Jacob Collier – Djesse (Vol. 1)

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Jacob Collier wurde vom Wunderkind zum Wunder-Jungen-Erwachsenen. Jetzt ist er 24 und veröffentlicht mit „Djesse (Vol. 1)“ sein zweites Album nach dem mit zwei Grammys prämierten „In My Room“ von 2016.

Collier hat auf YouTube begonnen, klingt also ganz nach Post-Castingshow-Ära Popstar, oder? Nicht ganz, denn trotz der Öffentlichkeitswirksamkeit der frühen Auftritte Colliers lässt er sich keinem Genre zuordnen, das in den letzten Jahren die Charts angeführt hat, oder allen auf einmal.

Als Multiinstrumentalist, der sich am MIT sein Bühnen- und Aufnahmeset sebst designt und gebaut hat, schafft Collier nämlich alles auf seine Alben, das Funk, Jazz, House und Pop ist. Was „Djesse (Vol. 1)“ seinem Vorgänger jetzt voraus hat, sind klare Struktur und subtile Entwicklung über 53 Minuten.

„Home Is“ beginnt ruhig und atmosphärisch, kaum hör-, dafür aber deutlich spürbar,  worauf das kinematographisch inszenierte und soundtrackeske „Overture“ folgt, bei dem das Orchester Metropole Orkest aus den Niederlanden den Multiinstrumentylisten Collier sicher um ein paar Instrumente ergänzen durfte.

Mit „With The Love In My Heart” folgt dann aber doch ein erster Indikator für die, jedenfalls partielle, Imperfektion des Albums. Ein lebensfroher Track, der zwar ideal in den Soundtrack einer sehr expressiven Version von „König der Löwen“ passen würde, aber weniger gut in die Stimmung und den Strukturverlauf der bisherigen Platte.

Wenn auf Atmosphäre und große Inszenierung direkt die Auflösung, der erleuchtende Moment folgt, fehlt die Tragik, die Reise. Dabei geht es jetzt überhaupt nicht um irgendeine konkrete Erwartung, die man an Collier haben dürfte – schließlich ist er wahrscheinlich der einzige, der sein selbstgebautes Instrument auf diese Art und Weise bedienen kann – lediglich um eine Nuance, die eben fehlt.

Dass Lieder wie „Every Little Thing She Does Is Magic“ trotzdem beeindrucken – und zudem noch um einiges zeitgemäßer klingen – lässt „Djesse (Vol. 1)“ trotz aller Einwände zu einem Album werden, das nicht nur unbedingt hörbar ist, weil ein einziger junger Mann die Inszenierung und Konzeption auf seinen Schultern trägt, sondern auch, weil man eine eindrucksvolle Entwicklung bezeugen darf.

Eine gewisse Unruhe, die irgendwie auch authentisch wirkt, macht aus einem eindringlichen, erzählenden Album ein dualistisches, eines mit zwei Gesichtern, die sich an einigen Stellen etwas zu schnell abwechseln.

Zum Glück ist das wohl eher Indiz dafür, dass jemand mit sehr viel Talent noch nicht am Ende seiner Entwicklung angekommen ist. Auf „Vol. 2”!

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