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Rat Boy – Internationally Unknown

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Lange bevor Jordan Cardy als Rat Boy mit Punk-Rap bekannt wurde, verglichen die anderen Kinder auf dem Spielplatz das Aussehen des Jungen aus Essex mit dem einer Ratte.

Mit schwerer Legasthenie gezeichnet, führte die Neigung zum Skateboarden und zur Musik zum chronischen Schulschwänzen. Er flog von der Schule, und es blieb ihm nichts anderes übrig, als in Pubs und Fastfood-Ketten zu arbeiten.

Während all dem blieb Jordan Cardy unerbittlich und lud seine Hip-Hop-Tracks mit Punk-Charakter massenweise auf SoundCloud hoch und machte unentwegt Werbung für seine Songs.

Es stellte sich heraus, dass es die Menschen hören wollten: allen voran Babyshambles-Bassist Drew McConnell. Fasziniert von der Musik Rat Boys nahm er den damals 17-jährigen Cardy unter seine Fittiche und stellte ihn in der halben Musikindustrie Englands vor.

Parlophone nahm in dann 2015 unter Vertrag und legte damit den Grundstein für einen der letzten großen UK-Hypes. Knapp fünf Jahre hat Rat Boy seine Scumbaggery nicht nur zu einem vollwertigen Projekt und einer internationalen Streetwear-Linie (offenbar „SCUM“ genannt) ausgebaut, sondern sich auch zu einem Brennpunkt der britischen Jugendkultur gewandelt.

Dieser Erfolg beruht hauptsächlich auf Cardys zeitgemäßem, intersektionellem Sound – einer selbstgemachten Mischung aus Hardcore-Punk, Hip-Hop der 90er, Second-Wave-Ska und Big-Beat-Funk à la Fatboy Slim, die bekannte Themen über verschwendete Jugend und einer gelangweilten Generation enthält. Eine Mischung, die viele Jugendliche ansprach.

„Internationally Unknown“, Rat Boys zweiter Longplayer, ähnelt weniger einem Album als einem AirPods-freundlichen, verwässerten Brei jedes einzelnen Soundtracks von „Tony Hawk’s Pro Skater“.

Die Riffs verzerren knackig, das Schlagzeug ist luftdicht verpackt und erinnert die Hip-Hop-Beats der 80er. Die Arrangements sind rotzig und die Texte sind oberflächlich rebellisch, gefüllt mit eindimensionalen Portraits über Polizisten, Minijobs und faulen Nachmittagen im Skatepark.

Die neue Platte „Internationally Unknown“ vertieft im Gegensatz zum Erstlingswerk „Scum“ (2017) den nostalgischen Fokus noch weiter. Produziert wurde sie von Tim Armstrong, besser bekannt als Frontmann von Operation Ivy oder Rancid.

Der leichte Ska-Glanz aus alten Zeiten prahlt über viele Songs wie „No Peace No Justice“, „My Name Is Rat Boy“ oder „Flies“ hinweg und macht deutlich, dass Rat Boy neue, aber zugleich auch ungewohnte Wege einschlagen kann.

Die stärksten Momente auf „Internationally Unknown“ kommen, wenn Jordan Cardy die amerikanische Skater-Attitüde aufgibt und wieder näher an den britischen Insel-Flair rückt.

„Don’t Hesitate“, mit Abstand der Höhepunkt des Albums, verleiht dem Album eine beatlastige Britpop-Wendung. “Young gun hustler made his moves. Glock against the clock, have you heard the news?”, singt Cardy übertrieben gemein über den gummiartigen Sub-Bass hinweg und zeigt ganz bewusst, dass er den harten Hip-Hop-Dude nicht spielen kann.

Dann doch lieber wieder der Junge aus Essex sein. Das Aushängeschild des neuen Albums ist „So What“, welches in typischer Manier wieder von den vielen Samplings Rat Boys lebt.

Mit viel Witz und krachenden Gitarren zählt Cardy alles auf, was bei einem jungen Menschen in England schief gehen kann. Vom Verlust des Jobs bis hin zu Stresssituationen mit der Polizei – natürlich alles auf komödiantische Art und Weise.

Alles egal für einen Jugendlichen. Diese Stimmung ist wohl der Grund, warum gerade junge Menschen Rat Boy so reizvoll finden. Cardy hält stets den vertrauten Spiegel des Erwachsenwerdens.

Ein bisschen retrospektiver Protest gegenüber spießige Eltern – wenn nur der Rest von “Internationally Unknown” nicht so überflüssig wäre. Der modische britische Punk-Rap-Frontmann wurde von den Medien und den Fans zu einer Ikone gemacht, aber sein zweites Album ist zu oft eine blasse Imitation der Rebellion.

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