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Wo ist der neue Kurt Cobain? – Skunk Anansie im Interview

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Das perfekt aufeinander abgestimmte Zusammenspiel zwischen detailverliebt arrangierter Studio-Spielfreude und ungefilterter Live-Power markiert das Ziel einer jeden ambitionierten Rockband. Skunk Anansie marschieren diesbezüglich schon seit der Bandgründung im Jahr 1994 vorneweg. Mit ihrer ungezügelten Live-Aura und der nicht minder wuchtigen Studio-Power haben sich die Briten um Front-Wirbelwind Skin in den vergangenen 25 Jahren Millionen Freunde gemacht.

Nun ist es an der Zeit, die Sektkorken knallen zu lassen und das große Band-Jubiläum amtlich zu feiern – und zwar mit der Veröffentlichung eines Live-Albums („25LIVE@25„), das alle Höhepunkte der bisherigen Band-Laufbahn unter einen Hut bringt. Kurz vor der Veröffentlichung von „25LIVE@25“ trafen wir uns mit Drummer Mark Richardson zum Interview und plauderten über alte Zeiten, schmerzende Glieder und die vergebliche Suche nach neuen Superstars.

MusikBlog: Mark, mit der Veröffentlichung eures neuen Livealbums „25LIVE@25“ startet ihr die Feierlichkeiten zum 25-jährigen Band-Jubiläum. Ein Vierteljahrhundert! Verging die Zeit wie im Flug?

Mark Richardson: Absolut. Mal abgesehen von der Phase, in der wir pausierten, ging alles rasend schnell. Ich meine, 25 Jahre… das ist schon eine verdammt lange Zeit. Es fühlt sich aber keineswegs so an.

MusikBlog: Erinnerst du dich noch an dein erstes Skunk Anansie-Konzert?

Mark Richardson: Als wäre es gestern gewesen. (lacht) Ich weiß nicht mehr genau, wo wir spielten. Aber ich habe noch viele Bilder von diesem Tag in meinem Kopf. Ich erinnere mich beispielsweise noch genau daran, wie nervös und aufgeregt ich war. Unser Bassist Cass kam irgendwann zu mir und meinte, ich solle mich wieder einkriegen. Es sei nur ein Konzert. Was ich jetzt noch nicht drauf habe, würde ich bis zum Konzertbeginn auch nicht mehr hinbekommen. (lacht) Das hat mich natürlich noch hibbeliger werden lassen. Aber soweit ich mich erinnern kann, ist dann doch alles glatt gelaufen. Das war der Tag, an dem alles losging. Diese Momente hat man ewig im Kopf.

MusikBlog: Wenn du dieses erste Konzert mit eurem letzten vergleichst: Was hat sich verändert? Mal abgesehen von der Größe des Venue?

Mark Richardson: Ehrlich gesagt, hat sich am Fundament nichts geändert. Wir gehen immer noch da raus und versuchen, das beste Konzert unseres Lebens zu spielen. Dieser Wille und dieses Verlangen sind ungebrochen. Der einzige Unterschied zu früher ist, dass uns heute nach Konzerten wesentlich mehr Körperteile Schmerzen bereiten als noch vor zwanzig Jahren.

Ich als Drummer weiß da wirklich, wovon ich spreche. Meine Gelenke, mein Nacken, meine Beine, meine Arme: Die wurden in den letzten Jahren ganz schön in Mitleidenschaft gezogen. Man merkt halt, dass man immer älter wird. Aber egal, ob es schmerzt oder nicht: Wir geben immer alles. Das haben wir früher so gehalten, und so gehen wir die Shows auch heute noch an.

MusikBlog: Für Millionen Menschen da draußen – mich eingeschlossen – zählen Skunk Anansie auch heute noch zu den spektakulärsten Live-Bands. Warum kommt ihr erst nach 25 Jahren mit dem ersten Live-Album um die Ecke?

Mark Richardson: Bis zu unserem Break im Jahr 2001 haben wir uns immer ganz bewusst gegen ein Live-Album entschieden. Das Thema stand immer mal im Raum. Aber wir wollten die Magie und das Mysterium rund um die Energie eines Skunk Anansie-Konzerts nicht preisgeben. Die Leute sollten uns live sehen, um zu erfahren, wie wir live klingen.

Damals gab es noch kein YouTube und all dieses Zeugs. Wer wissen wollte, wie wir live abgehen, der musste zu unseren Shows kommen. Nach dem Break mussten wir erstmal wieder zueinander finden. Dann explodierten all diese Video-Plattformen. Und plötzlich konnte sich jeder ein Live-Bild von uns machen.  Jetzt war es einfach mal an der Zeit, ein offizielles Ausrufezeichen zu setzen. Mit „25LIVE@25“ präsentieren wir eine Auswahl der Live-Höhepunkte, die uns besonders am Herzen liegen. Wir waren jetzt einfach bereit dafür.

MusikBlog: Die meisten Songs auf dem Album stammen von der letzten Tour, insbesondere von eurem Gig in Mailand. Warum?

Mark Richardson: Seit wir wieder unterwegs sind, habe ich jedes unserer Konzerte aufgenommen. Und als es darum ging, ein Konzept für ein Live-Album zu entwickeln, machten die Aufnahmen von der letzten Tour in puncto Energie und Qualität einfach am meisten Sinn. Die Songs, die wir in Mailand nicht gespielt haben, die wir aber auch gerne mit dabei haben wollten, die haben wir uns dann aus anderen Konzerten der Tour herausgepickt.

MusikBlog: Mit welchen Songs auf dem Album verbindest du die intensivsten Erinnerungen?

Mark Richardson: „Weak“ und „Hedonism“ sind wahrscheinlich die Songs, die immer die Höhepunkte einer jeden Show markieren. Bei diesen beiden Songs singt jeder mit. Alle sind total fokussiert und spüren den Moment. Das ist immer wieder aufs Neue faszinierend.

MusikBlog: Wären das auch die beiden Songs, die du jemandem vorspielen würdest, der euch nicht kennt, aber gerne wissen würde, was es denn mit der Band Skunk Anansie auf sich hat?

Mark Richardson: Nein, da würde ich eher „Charlie Big Potato“ auswählen.

MusikBlog: Warum?

Mark Richardson: Weil dieser Song einfach alles hat, was diese Band ausmacht. Er ist laut, er ist leise, er ist roh, er ist zuckersüß: Er ist einfach alles. In diesem Song steckt unsere komplette DNA. Sicher, es gibt bestimmt noch viele andere Songs, die ähnlich strukturiert sind. Aber in meinen Augen ist und bleibt „Charlie Big Potato“ der ultimative Skunk Anansie-Song.

MusikBlog: Ihr gehört zu den erfolgreichsten Bands der Rockgeschichte. Viele Experten und Musiker sind der Meinung, dass Rockmusik kurz vor dem Untergang stehe. Wie ist deine Einschätzung?

Mark Richardson: Das sehe ich nicht ganz so dramatisch. Es gibt haufenweise gute Musik und auch gute Bands da draußen. Wir leben allerdings in einer unheimlich schnelllebigen Zeit, in der nur noch wenig über einen längeren Zeitraum haften bleibt. Das einzige, das mir wirklich Sorgen bereit, ist der Superstar-Nachwuchs. Ich meine, wo ist der neue David Bowie? Wo ist der neue Kurt Cobain? Oder wo der neue Prince? Ich sehe sie nicht. Das erfüllt mich ein bisschen mit Sorge.

MusikBlog: Vielen Dank für das Interview.

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