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Drenge – Strange Creatures

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Da wird ja der Hund in der Pfanne verrückt. Noch alle Tassen im Schrank? Man sieht sich immer dreimal im Leben! Diese Weisheiten können wir nicht mehr höhren!

Und doch hat man kaum ein Sprichwort so oft gehört wie die mystische Beschreibung des Instruments, das in gefühlt jeder zweiten Rezension zu jeder dritten auch nur annähernd opulenten Rockplatte inflationär gebraucht wird. Der Bass soll treiben, der treibende Bass, was treibt der Bass eigentlich?

Auf der dritten Platte der englischen Band Drenge – und wir entschuldigen uns dafür, dass wir eigens formulierte Maßstäbe nicht einhalten – so einiges.

Die Gebrüder Loveless und Rob Graham an eben jenem Bass starten „Strange Ceatures“ mit dem anarcho-lyrischen „Bonfire Of The City Boys“, das sich nach drei Minuten im vollen Potenzial der Band entlädt. Spannungsbogen in vier Minuten, könnte man sagen.

Spannend geht es trotzdem weiter. Ganz ohne Eigenkopie und Wiederkäuen eigener Sounds eröffnen „Autonomy“, „Teenage Love“ und der Titeltrack „Strange Creatures“ ein derart offenes zweites Plattendrittel, dass man sich wahrscheinlich dabei ertappt, auf das Wiedergabegerät zu schielen.

Ist das noch die gleiche Band oder immer noch der Shuffle-Modus von gestern Abend, als man sich selbst mal wieder mit einer wirren „Die Drei Fragezeichen“-Folge in den Wahnsinn treiben wollte?

Ne, läuft noch, und muss so. Nur werden allein in diesen drei Songs so viele Genres durch- und nebeneinander geworfen, dass eine Beschreibung ungefähr so gut tun würde, wie oben genannter Rocky-Beach-Randomizer.

Wenn man ganz ehrlich ist, ändert sich diese Herangehensweise über das restliche Album kaum noch. „Avalanches“ macht aus Synths und Shoegaze eine Zeitkapsel, die mindestens vier Dekaden in die Vergangenheit reicht, „Prom Night“ aus theatralischster Rockmusik und Bläsern das okkulte Cover-Gespenst, von dem man vor Abschlussklausuren träumt.

„Strange Creatures“ ist auf jeden Fall nicht so destruktiv, invasiv und skurril, wie es sich inszeniert. Zwischen etlichen Reminiszenzen an Vergangenes findet sich immer wieder ein Stückchen Drenge, das es aus den vorigen zwei Alben auf diese Platte geschafft hat.

Und vielleicht ist genau das die authentischste Formel, die Bands dieses Jahrzehnts noch benutzen können. Wurde ja irgendwie eh schon alles gemacht, deswegen machen Drenge mehr.

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