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Natürlich war ich neugierig – Jessica Pratt im Interview

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Vier Jahre nach ihrem letzten Album „On Your Own Love Again“ zieht Jessica Pratt einen vorläufigen Schlussstrich unter das bis dato tonangebende Home-Alone-Kapitel. Mit der ersten richtigen Studioproduktion („Quiet Signs„) im Gepäck wagt sich die Kalifornierin dieser Tage aus ihrer Komfortzone heraus.

Fans der ersten Stunde brauchen aber keine Angst zu haben. Das musikalische Fundament bleibt weitestgehend unverändert. Umgeben von Kabeln, Reglern, Knöpfen und Studiofachleuten wie Al Carlson und Matt McDermott bleibt Jessica Pratt ihrer Linie treu. „Quiet Signs“ markiert lediglich in puncto Vielfalt und Atmosphäre einen Schritt in neue Gefilde. Wir trafen uns mit Jessica Pratt im Vorfeld der Veröffentlichung ihres ersten richtigen Studioalbums zum Interview und sprachen über wegweisende Zeichen, die Angst vor Neuem und die Quelle des großen Ganzen.

MusikBlog: Jessica, dein neues Album trägt den Titel „Quiet Signs“. Bezieht sich der Albumtitel auf den Sound des Albums? Oder steckt eine andere Geschichte dahinter?

Jessica Pratt: Der Titel passt sicherlich auch gut zum Sound des Albums. Aber eigentlich hat der Titel mehr mit der Zeit zu tun, in der das Gerüst des Albums entstanden ist.

MusikBlog: Was war das für eine Zeit?

Jessica Pratt: Das waren viele Monate, in denen ich mich komplett zurückzog. Während dieser Phase fühlte ich mich irgendwie leer. Ich hatte irgendwie das Gefühl, in Bezug auf das Schreiben neuer Songs aus der Übung zu sein. Ich versuchte wieder verstärkt in mich hinein zu horchen.

Das funktionierte glücklicherweise nach einer gewissen Zeit auch wieder. Plötzlich waren wieder Momente da, die mich fokussiert arbeiten und schreiben ließen. Als ich dann irgendwann alle Songs für das neue Album fertig hatte und die Frage nach dem Albumtitel im Raum stand, erinnerte ich mich an diese vielen, kleinen Augenblicke: an all die „Quiet Signs“.

MusikBlog: Die musikalischen Resultate dieser „Quiet Signs“-Phase hast du dann in Gary’s Electric Studio in Brooklyn festgehalten. Warum war es für dich nach zwei Homemade-Alben an der Zeit, den Schritt in ein richtiges Studio zu wagen?

Jessica Pratt: Dieser Schritt war eigentlich gar nicht geplant. Die beiden Alben zuvor habe ich ja daheim mit einem Vierspur-Gerät aufgenommen. Irgendwann habe ich mir dann eine etwas komfortablere Recording-Variante besorgt, die aber permanent ihren Geist aufgab.

Ich war eigentlich schon fast wieder soweit auf mein altes Vierspur-Gerät zurückzugreifen, als ich das Angebot von meinem neuen Label Mexican Summer erhielt und man mir mitteilte, dass ich das neue Album auch in einem richtigen Studio aufnehmen könne, wenn ich denn Lust dazu hätte. Ich stand dann einfach vor der Wahl: Vierspur-Session im eigenen Schlafzimmer oder Studio-Session in New York… Ich habe mich dann für Brooklyn entschieden.

MusikBlog: Bist du im Nachhinein glücklich darüber, die Entscheidung so getroffen zu haben?

Jessica Pratt: Auf jeden Fall. Anfangs war ich noch sehr am Zweifeln. Ich hatte ja auf meinem letzten Album schon Songs dabei, bei deren Entstehung andere Leute mit involviert waren. Aber diesmal ging es darum, ein komplettes Album unter dem Einfluss anderer Menschen entstehen zu lassen. Das war natürlich ein großer Schritt für mich.

Letztlich war es aber eine super Erfahrung und in vielerlei Hinsicht auch wegweisend und augenöffnend. Al Carlson und Matt McDermott haben mir hinsichtlich verschiedener Sound-Optionen unheimlich viel zeigen und beibringen können.

MusikBlog: Manch ein Fan hatte ja ein bisschen Sorge, dass das neue Album aufgrund der Studiosituation in eine komplett neue musikalische Richtung gehen könnte. Dem ist aber nicht so. War von vornherein klar, dass das Fundament unberührt bleibt?

Jessica Pratt: Natürlich war ich neugierig. Und es war auch spannend zu sehen, was in einem richtigen Studio alles möglich ist. Aber mir war wichtig, ich selbst zu bleiben und meinen Instinkten und Gefühlen zu vertrauen. Ich denke schon, dass man auf dem Album, vor allem hinsichtlich der Atmosphäre, viel Neues entdecken kann. Die Basis, auf der sich in den vergangenen Jahren alles aufgebaut hat, ist unverändert.

MusikBlog: Apropos Basis: Erinnerst du dich noch an deinen ersten selbstgeschriebenen Song?

Jessica Pratt: Ich kann mich nicht mehr an den Titel erinnern. Aber ich weiß noch, dass ich 16 oder 17 war. Das war so die Zeit, in der ich meine ersten Songs auch aufgenommen habe.

MusikBlog: Hattest du zu der Zeit bereits das Gefühl, dass das Ganze irgendwann auch größer werden könnte?

Jessica Pratt: Nein, gar nicht. Ich glaube, diese Gedanken und Gefühlen waren erst präsent, als ich kurz vor der Veröffentlichung meines ersten Albums stand. Ehrlich gesagt, war eine professionelle Karriere auch nie wirklich ein Ziel von mir. Ich wollte immer nur Musik machen. Im Grunde hat sich daran bis zum heutigen Tage nichts geändert. Das bloße Schreiben von Songs, in denen ich das, was in mir vorgeht, verarbeiten kann, ist für mich die wichtigste Komponente.

MusikBlog: Setzt das Spielen dieser Songs auf der Bühne dem Ganzen dann noch die Krone auf? Oder bist du jemand, der auch ohne das Tourleben glücklich und zufrieden wär?

Jessica Pratt: Konzerte zu spielen ist eine wunderbare Sache. Ich bin wirklich gerne auf Tour. Aber ich sitze halt auch gerne bei mir zu Hause im Schlafzimmer und komponiere und schreibe einfach nur so vor mich hin. Ich denke, dass es wichtig ist, eine gute Balance zu finden. Das kriege ich bisher aber ganz gut hin.

MusikBlog: Vielen Dank für das Interview.

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