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E.B. The Younger (Credit Erin Rambo)

E.B. The Younger – To Each His Own

Nach Midlake kommt E.B. The Younger. Eric Pulido von der US-amerikanischen Band veröffentlicht mit „To Each His Own“ sein Solo-Debüt. Was das für den Sound der Platte bedeutet? Aus Americana und Alternative-Rock wird Indie-Folk, oder so ähnlich?

Gleich zu Beginn des Albums wird man von „Used To Be“ inhaltlich sowie musikalisch in Kindheitsnostalgie gedrängt. Irgendwo zwischen zehn und 20 Jahren siedelt dieser Song sich an, der über folkigem Rhythmus sowohl Gitarre als auch E-Piano Raum macht. Zwischendurch ist dann sogar ein kleiner Blick in die Garage als Proberaum erlaubt, durch das Schlüsselloch selbstverständlich.

Garagen mit Schlüsselloch? Sind wir denn überhaupt noch in den Vereinigten Staaten von Amerika, wo Folk und Americana das Geschehene und die Gegenwart oft in ein derart verklärendes Gewand verpacken, dass man sich entweder in die Hängematte verziehen oder wütend auf den Plattenspieler eindreschen möchte? Teilweise bleibt das pastellfarbene Idyll erhalten, teils bricht es auf.

Der Titeltrack zum Beispiel klingt in seinem Trab zwar fast schematisch, lässt zwischendurch die typischen Seufzer zu, die seit Anbeginn der Menschheit das kitschige Bild der weiten Prärie derjenigen zeichnen, die garantiert nie dahin kommen. Gleichzeitig ist der Song dank Gitarrensolo und mittlerem Tempo aber auch mutig für jemanden mit dieser musikalischen Vergangenheit.

Mut zur Langeweile würden böse Zungen sagen, Mut zur Achtsamkeit diejenigen, die noch nicht Zyniker genug sind, um Indie-Folk allgemein als algorithmusbedienendes Playlistfutter abgestempelt zu haben.

„To Each His Own“ fühlt sich an wie ein Roadtrip über extrem gut geteerte Straßen, mit extrem guten Blick auf das Meer, die Berge und die Steppe dahinter. Klingt unrealistisch? Ist’s wahrscheinlich auch. Aber was sonst sollte in so ein makelloses, wärmendes und unaufgeregtes Korsett passen, als die Sehnsucht nach der Perfektion.

Klar, „On An Island“ durchbricht das Bild ein wenig, regt fast zu viel auf und versucht, unangenehm grinsend auf höherem Tempo zu fahren, aber ganz ehrlich: Wer die acht Songs davor gehört hat, wird so entspannt sein, dass das kaum noch jucken kann. Oder eingeschlafen.

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