Generic selectors
Exact matches only
Search in title
Search in content
Search in posts
Search in pages
Lambchop (Credit Steve Gullick)

Lambchop – This (Is What I Wanted To Tell You)

Leise säuseln die Vocoder-Sounds im Hause Kurt Wagners. Wie schon beim Überraschungscoup „FLOTUS“ von vor drei Jahren, verabschieden sich Lambchop mit „This (Is What I Wanted To Tell You)“ vollends von ihrem angestammten Alt-Country-Terrain in Richtung eines undefinierbaren Urban-Pops, dessen parallelen zu Bon Iverschen Soundwelten unüberhörbar sind.

Konsequentes Autotune- und Vocoder-Verzerre ist nur die augenscheinliche Nähe zu dem musikalischen Wandel, den Bon Iver schon gegangen ist. Denn Matthew McCaughan, seines Zeichens Drummer, Bassist und Backgroundsänger von Bon Iver, hat zu großen Teilen am Songwriting und dem Producing der neuen Lambchop-Platte zusammen mit Kurt Wagner mitgewirkt.

Und das hört man. Herausgekommen ist ein Amalgam aus Stilen, der sich klassischen Einordnungsversuchen entzieht. Verträumt, intellektuell und avantgardesk, dabei gleichzeitig, schläfrig, säuselnd und entschleunigt.

„This (Is What I Wanted To Tell You)“ erzeugt ein seltsames Pop-Spannungsfeld, das Kurt Wagners Melancholie atmet, dabei aber die Experimentierfreudigkeit Bon Ivers und gar manches Mal die seltsam-tanzbare Stimmung von Timber Timbre versprüht. Wahrlich keine schlechten Referenzen.

Leider verlieren sich Lambchop dabei zu oft in Wuseligkeiten. Melancholische Entschleunigung – egal wie avantgardesk – braucht einen Sog, markante Pfeiler wie Nick Caves Stimme oder Radioheads Melodiewelten.

Kurz: eine Soghaftigkeit, die Lambchops verkopftes Soundschnipselkino leider zu oft vermissen lässt. Abgehackte Trompetentöne, Klavierfragmente und Synthie-Schnipsel, unterlegt mit verqueren Drumcomputern:

Es ist wahrlich kein schlechtes 13. Studioalbum, das Lambchop im 25. Jahr ihres Bestehens hier vorlegen. Es ist allerdings auch eines, welches ein wenig zu sehr den verständlichen Wünschen nach künstlerischer Entfaltung seiner Protagonisten nachgeht und vergisst, dass aller Pop einen Drive, eine Leichtigkeit und einen Unterhaltungsfaktor braucht.

Schreibe einen Kommentar