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Es passiert nicht allzu oft, dass ein Indie-Musiker ein paar Seiten in der Vogue gewidmet bekommt. Gus Dapperton wird diese modische Ehre noch vor der Veröffentlichung seines Debütalbums zuteil.

Mit seinem „Bowl Cut“, der übergroßen Nerd-Brille, pfirsichfarbenem Nagellack, königsblauem Lidschatten und Designer-Klamotten passt er perfekt auf das Cover jedes Hipster-Magazins.

Seine Musik ist dabei fast genau so bunt wie der 22-Jährige New Yorker selbst. Ganz sicher enthält sie mehr Weichspüler als die Durchschnittswäsche. Die Synthies blubbern und schwelen vor sich hin und machen dem Genrenamen Dream-Pop alle Ehre.

Wie auch schon auf seiner EP, bewegt sich Dapperton stetig zwischen 60er Jahre Soft-Rock, 70er-Psych, 80er Welle und synthetisiert daraus seinen ganz persönlichen Dream-Pop.

Der kommt manchmal mit tanzbaren Keys daher und lädt wie in „World Class Cinema“ ein, sich neongrüne Stirnbänder umzubinden und abwechselnd zu tanzen und Aerobic-Übungen zu machen.

„Nomadicon“ bezirzt durch eine prominente und groovige Basslinie, während Dappertons Vocals dazu irgendwie ein bisschen nach Michael Jackson klingen. Eine Ähnlichkeit, die man sich derzeit sicher nicht allzu gerne auf die Fahne schreibt.

„Coax & Botany“ macht seinem Titel alle Ehre, zumindest wenn man sich erstmal zusammengereimt hat, was der überhaupt bedeuten soll. Mit weichen Synthies, die viel mehr auf einer Skala wabern, statt einzelne Töne abzugeben, lässt Dapperton den Hörer in ein weiches Blumenbett fallen, auf dem man in Zeitlupe federt und sich die vorbeiziehenden Wolken anschaut.

In diesem Moment der Tiefenentspannung ließe man sich von Dappertons samtigen Bariton zu ziemlich allem überreden.

„My Favourite Fish“ schlägt in eine ähnliche Kerbe, zeigt aber gleichzeitig auf, womit Dapperton punktet. Hier trifft Pop auf beste R’n’B-Momente, verfremdete Akustik-Gitarre auf Klavier-Arpeggien und all‘ das verschmilzt zu der perfekten Engtanz-Nummer, bei der man selbst entscheiden kann, ob das jetzt vollkommen gemütlich oder lasziv sexy aussieht.

Wenn Dapperton dann zum Abschluss bei „Fill Me Up Anthem“ seine samtweiche Stimme plötzlich in ein raues Keifen verwandelt, kann man erahnen, was in diesem 22-Jährigen noch alles schlummern könnte.

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