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Doomsquad – Let Yourself Be Seen

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Die Dance-Music-Szene der US-amerikanischen Ostküste ist traditionell sehr politisch, linksliberal und bi- und homosexuell. Viele dieser Bands verstehen sich als Protestbands, die aktiv die Gesellschaft umkrempeln wollen.

Hört man sich ein Album wie das zweite Doomsquad-Werk „Let Yourself Be Seen“ an, ist man zunächst verwundert: Revolutionären Habitus sucht man vergeblich, stattdessen regiert der pure Hedonismus und die Freude an der tanzbaren Spaßgesellschaft.

Verwirrenderweise war aber das schon immer ein Wesensmerkmal dieser Subkultur: feiernd und sexuell aufgeladen die Weltrevolution fordern und gegen die Erzkonservativen anschreien.

Wie erfolgreich Dance-Music damit ist, sieht man an den Stimmzetteln abseits der großen Metropolen. Anspruch und Wirklichkeit klaffen auch bei Doomsquad weit auseinander.

Das Geschwistertrio aus Toronto trat vor drei Jahren mit ihrem Debüt „Total Time“ erstmalig in Erscheinung, mit ihrer Mischung aus an Peaches erinnernden derben Beats und der sakralen nebelverrauchten Erhabenheit von Fever Ray oder The Knife.

Diesmal ein wenig weiter Richtung klassischer New Yorker Dance-Music schielend, nur im zeitgemäßeren Gewand, groovt „Let Yourself Be Seen“ gar nicht mal von so schlechten Eltern aus den Lautsprechern.

Für Spaß-Haben, für Tanzdrang, für berauschte Stunden in ausgelassener Gesellschaft ist „Let Yourself Be Seen“ ein ganz solider Soundtrack. Allein die Botschaft erreicht mich nicht.

Die politisierten Textpassagen, die zum Widerstand gegen die Trump-Ära aufrufenden Lyrics, die plakativen Posen und Statements in den Videos: für mich verbleibt da eine Diskrepanz zwischen dem diesem Genre innewohnenden Hedonismus und seinem politischen Änderungsanspruch.

Gegen die Unterdrückung der eigenen Selbstbestimmung anzusingen, wird stets einleuchten, inwieweit wir alle aber Doomsquad brauchen, um die Welt einen besseren Planeten werden zu sehen, erschließt sich mir nicht.

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