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Finn Andrews – Live im Artheater, Köln

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Es hat was von Wohnzimmer-Konzert. Das Kölner Artheater zählt sowieso schon zu einer der kleinsten Locations, die die Domstadt zu bieten hat, aber an diesem Freitagabend ist sie leider nicht einmal zur Hälfte gefüllt – völlig zu Unrecht.

Man kann für Finn Andrews und seine Mitmusiker nur hoffen, dass sie aus dessen Geburtsstadt London aufgebrochen sind und nicht den weiten Weg aus Neuseeland – seiner zweiten Heimat und dem Geburtsort seiner Solo-Platte „One Piece At A Time“ – angetreten haben.

Andrews scheint die kleine Zuhörermenge nicht weiter zu stören. Zumindest lässt er sich nichts anmerken und fordert schon vor dem ersten Song alle herzlich auf, doch bitte einfach näher zu treten.

Der erste Klavier-Akkord erklingt und wird prompt von einem seltsamen Synthie-Sound abgelöst, worauf Andrews ein entsetztes „Oh Lord“ entfährt und alle herzhaft lachen. Dank des kleinen Fauxpas‘ ist das Eis sofort gebrochen.

Was folgt, sind 70 Minuten akustischer Hochgenuss. Die Songs von „One Piece At A Time“ hätten ohne Probleme auch alleine am Klavier performt werden können, aber damit hat Andrews sich nicht zufriedengegeben.

Neben Background-Sängerin, Schlagzeug und E-Bass bzw. Kontrabass, hat er auch einen Violinist und eine Cellistin dabei, die während des Konzerts immer wieder stilvoll am Weinglas nippen.

In diesem Setting kommt Andrews‘ Stimme endlich die Hauptrolle zu, die sie verdient hat. Denn hier muss er nicht wie bei seiner Band The Veils gegen die Gitarren und Verstärker ansingen.

Alle sind sichtlich gebannt von dieser wandelbaren Stimme, die in der Tiefe so weich und grundlegend klingt wie ein dicker Teppich und in der Höhe mal kratzt, mal tremoliert, um sich dann mit letzter Kraft noch diesen einen Ton höher schiebt, während Andrews‘ Unterkiefer zittert.

Man könnte während der gesamten Show eine Stecknadel fallen hören, so leise und aufmerksam hören alle zu und vergessen dabei sogar ihre Handys in den Taschen.

Natürlich ist das Set auch gespickt mit The-Veils-Nummern. Eines der Highlights ist das experimentelle „Axolotl“, zu dem Andrews am Klavier mehr spuckt als singt, seinen Oberkörper schmerzverzerrt windet, sich selbst vom Hocker reißt und mit dieser Düsternis wie ein exzentrischer Nick Cave wirkt.

Die ganze Band fungiert als Percussion-Instrument und stampft mit solcher Kraft immer wieder auf den Bühnenboden, dass man sich wundert, dass nicht von irgendwo der Putz bröckelt. Diese Version schlägt die ursprüngliche um Längen.

Wer gut aufgepasst hat, der weiß, dass die Zugabe eigentlich nur noch aus The-Veils-Songs bestehen kann, denn „One Piece At A Time“ haben Andrews und Band im regulären Set komplett gespielt.

Andrews tritt den langen Weg zur Zugabe alleine an. Erst an die Gitarre, aber da scheint irgendwas nicht zu funktionieren. Also doch zum Klavier. Trotz quietschendem Hocker bemerkt Andrews. „That’s a bit better, ay“ und lässt damit kurz den Neuseeländer durchkommen.

„The Tide That Left And Never Came Back“ bildet den Abschluss eines großartigen Abends, dessen einziges Manko ist, dass viel zu wenig Leute daran teilhatten.

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