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Kamasi Washington – Live im Gloria, Köln

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Kamasi Washington hat alles richtig gemacht. Denn das Kölner Gloria ist nicht nur ausverkauft, sondern auch völlig außer Rand und Band. Dabei bleibt eigentlich gar nicht so viel Zeit zum Jubeln, weil der Tenorsaxophonist und seine Band jeden Song auf gut und gerne eine Viertelstunde ausweiten.

Doch dermaßen ausgelassen wie an diesem Dienstagabend erlebt man das Kölner Publikum selten. Durch minutenlanges Klatschen, Kreischen und Johlen nach jedem einzelnen Solo lassen Kamasi und seine Band sich nach dem beeindruckenden „Fists Of Fury“ sogar noch zu einer weiteren Zugabe hinreißen. „Sollen wir wirklich noch einen Song für euch spielen?“. Klar doch.

Wenn die siebenköpfige Band – zu der Washington während der Show immer wieder seinen Vater mit der Querflöte als Gastmusiker auf die Bühne bittet – eins kann, dann ist das die perfekte Symbiose. Hier hat jeder die Freiheit minutenlange Soli rauszuhauen und sich dabei einfach von der Musik treiben zu lassen, ohne auf die Zeit zu achten.

Die anderen Musiker schauen dabei ehrfürchtig zu, nicken im Takt, ziehen anerkennend die Augenbrauen hoch oder lachen ob der puren Virtuosität, die jeder in dieser Band auf seinem Instrument auslebt.

Viele Worte verliert Washington an diesem Abend nicht. Aber die Gelegenheit zu einem klaren Statement lässt er sich doch nicht nehmen:

„Als nächstes kommt ein Song, den ich geschrieben habe, weil ich die vielen Menschen, die ich in meinem Leben kennenlernen durfte, so wertschätze. Zusammen sind wir wunderschön. Trotz all unserer Unterschiede können wir alle Eins sein. Denn ich muss nicht so aussehen, die gleichen Klamotten haben oder die gleiche Sprache sprechen wie du, um dich zu lieben. Die Vielfalt der Menschen auf diesem Planeten ist keine Sache die toleriert werden sollte, sondern eine Sache, die man zelebrieren muss.“

Die Rede ist von „Truth“. Genau dieses Statement verkörpern Washington und seine Band nicht nur in diesem Song in Perfektion. Die verschiedenen Instrumente, die sich ohne Umstände ineinander verweben, ergänzen und Raum zur Entfaltung geben, um am Ende wieder zusammen zu finden.

Es ist faszinierend, wie Kamasi und seine Band es schaffen, Songs als zurückhaltende Nummern mit nur einem oder zwei Instrumenten zu beginnen und sie Schritt für Schritt weiter aufbauen, bis man sich gar nicht mehr so sicher ist, was man da gerade alles hört.

Auch der Gesang ist live noch eindrucksvoller als auf Platte. Als wären die Worte „Our time as victims is over / We will no longer ask for justice / Instead we will take our retribution“ nicht alleine schon ausdrucksstark genug, erhebt die Sängerin sie bei „Fists Of Fury“ mit ihrem mantraartigen Vortrag, der seinen Weg von zurückhaltender Rezitation bis hin zu schreiender Wut vollzieht, zu einem regelrechten Manifest und liefert so ihr ganz eigenes Solo ab.

„Wir können es gar nicht erwarten, dass wir wieder zurück nach Köln kommen. Es wird schon ganz bald sein“, verspricht Kamasi Washington zur Freude des Publikums am Ende der Show, bevor er zum Merch-Stand einlädt, bei dem er selbst fleißig Platten signiert.

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