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Froth – Duress

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Es gibt Bands, die kann man am frühen Morgen und dem sehr späten Abend ähnlich gut hören. Ist ja beides eh fast dasselbe. Das letzte Bier oder den ersten Kaffee in der Hand hockt man dann vorm Fenster, ist ein bisschen genervt von der Ziel- und Planlosigkeit der Musik, die man da hört und braucht trotzdem genau das.

Froth ist so eine Band. Die Südkalifornier, denen die Sonne nicht aus dem Arsch scheint, liefern auf ihrem aktuellen Album „Duress“ genau diesen Hybrid zwischen Absturz und Auferstehung, der nicht so genau weiß, wann er gehört werden will.

Da wäre der nicht zu verkennende Kreislauf leicht psychedelischer Wiederholungen in „A2“, der die drohenden Kopfschmerzen zur musikalischen Offenbarung werden lässt. Stark verzerrte Stimme und der fade Beigeschmack bei der Erkenntnis, dass das jetzt wirklich das letzte und folgerichtig das schlechte Bier war, gipfeln im letzten Aufbäumen.

Dann gehen die Lampen aus und „Department Head“ an. Wie ein überlanger Interlude fühlt sich dieser Track an, auf dem ein synthetischer Beat samt reverse snares, die nach dem letzten Schnappen nach Luft im Horror des alkoholisierten Schlafes klingen, in den unruhigen Schlaf lullt.

Das Beeindruckendste an Froth ist, dass die Band es bei den ganzen zwielichtigen Assoziationen, die ihre Musik weckt, schaffen, ein Album mit Liedern zu füllen, die zu keinem Zeitpunkt anstrengend oder strapaziös wirken.

Der freiwillige Abstieg in die Gefühlswelt langer Nächte und später Morgende kondensiert die schwitzige, bereinigende, sich selbst entschlackende Atmosphäre in Tracks wie „77“, ohne die Verzerrung zum dominierenden Stilmittel werden zu lassen.

„Duress“ erzählt in seiner Struktur die Geschichte des Wiederaufstiegs und der Erkenntnis, dass eine persönliche Niederlage eben nicht das Ende bedeutet. Knistern, Knattern, Dampf, die Menschmaschine auf dem Weg zurück zur Selbstbeherrschung.

Froth leben den Prozess vor – und am Ende stehen wir. Im besten Fall mit einem Pyjama und einem Kaffee in der Hand, der von Minute zu Minute kälter wird.

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