Alex Cameron – Miami Memory

Es ist ja allseits bekannt, dass Musiker*innen gerne mal über ihre neugewonnene Liebe singen, um der Welt zu zeigen, was für ein Glück sie haben. Dieses Phänomen hat jetzt auch den australischen Musiker Alex Cameron erwischt.

Ganz frei und ohne Hemmungen besingt er auf seinem neuen Album „Miami Memory“ seine Freundin Jemima Kirke, eine britische Schauspielerin, die vor allem durch ihre Rolle in der Serie „Girls“ bekannt ist.

Nun ist es ja auch bekanntlich ein Drahtseilakt, beim Verfassen und Performen eines Lovesongs nicht ins Kitschige oder Peinliche abzudriften. Zum Glück gelingt das Alex Cameron auf seinem dritten Album ziemlich gut.

Denn auch, wenn er Zeilen wie „you are the only one“ („du bist die/der Einzige”)  oder „our love is strong like a city“ („unsere Liebe ist so stark wie eine Stadt”) in seinen Lyrics versteckt hat, nehmen Liebeserklärungen auf „Miami Memory“ nicht Überhand.

Da sind nämlich noch Songs über Sex-Arbeiter*innen (die er durch Jemima kennengelernt hat), witzig-ironische Spielereien (z.B. in „Bad For The Boys“) und ernstere Themen, wie seine neue Rolle als Stiefvater („Stepdad“).

Das alles mischt der Australier mit fröhlichen Synthiemelodien, Rockelementen und poppigen Beats. Alex Cameron ist dafür bekannt, kein Blatt vor dem Mund zu nehmen. Genau nach dieser Devise hat er auch seine neue LP „Miami Memory“ gestaltet.

Er vermischt darin Themen und Genres, auf die er gerade Lust hat, ganz egal, ob er damit Fans verliert oder Menschen abschreckt. Doch manchmal ist es schon erstaunlich, was sich der Musiker in seinen Texten traut:

So besingt er ganz ungeniert, wo er schon alles Sex hatte, wie dieser ausgesehen hat und, dass unabhängige Sexarbeit völlig okay ist. Ganz klar, dass das einigen Personen nicht gefallen wird. Aber erfrischend ist es alle mal. Besonders dann, wenn die Themen gekonnt mit dem nötigen Ernst und Humor rübergebracht werden.

„Miami Memory“ ist Alex Camerons persönlichstes Album bisher. Zum ersten Mal reflektiert er sein Leben und seine Umgebung in der „Ich“- Perspektive und macht sich so um einiges angreifbarer als auf seinen früheren Platten.

Doch das ist ihm ganz egal. Hauptsache er und Jemima sind zufrieden. Und das ist doch auf jeden Fall eine gute Einstellung.

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