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Charli XCX (Credit Marcus Cooper)

Charli XCX – Charli

Das Jahr 1999 war – wie wohl die meisten der 90er Jahren – ein besonders gutes für die Popkultur: Matrix und Star Wars Episode 1 flimmern über die Bildschirme und „Baby One More Time“ von Britney Spears ist im Pop unübertroffen.

Dass Charli XCX Sehnsucht nach genau dieser Zeit hat, ist nachvollziehbar. Und das, obwohl die britische Sängerin diesen Wunsch ironischerweise in absoluter Zukunftsmusik verpackt und mit dieser auf ihrem vierten Studioalbum „Charli“ auch nicht aufhört.

An ihrer Seite ist bei der Single „1999“ der australische Pop-Prinz Troye Sivan, mit dem sie im zugehörigen Video in die Rollen von Rose und Jack aus Titanic oder die des R&B-Trios TLC schlüpft.

Generell sind es die derzeit pop-prägenden Kollaborationspartner, die sich Charlotte Aitchison ins Boot geholt hat: Neben der Bedroom-Pop-Virtuosin Clairo und den Indie-Schwestern von Haim hat sie sich auch die deutsche Sängerin Kim Petras und Rapperin Lizzo („Blame It On Your Love“) eingeladen.

Dass auf dem Album nicht mehr viel schief gehen kann, wird spätestens klar, wenn Charli XCX im Opener „Next Level Charli“ auch schon alleine mit energiegeladenem Gesang und verzerrten Synthie-Sounds überzeugt.

Ihre eingängigen Melodien lenkt sie vor allem mit Brüchen oder unerwarteten Wendungen („White Mercedes“). Musikalisch verliert sie aber nie den roten Faden aus verspielten, elektronischen Beats, schrillen Synthie-Sounds oder leichten Autotune-Verzerrungen.

Das besondere an „Charli“: Aitchison überlässt ihren Gästen spürbaren Einfluss. So könnte „Warm“ tatsächlich als Song von Haim durchgehen, der mit Electro-Elementen bereichert wurde und „Cross On You“ könnte ebenso auf einem Album von Sky Ferreira stattfinden.

Damit ist das Album nicht nur ein Dokument von zeitgenössicher Popmusik, sondern eint auch Künstler, die ihren Einfluss mit in das neue Jahrzehnt weitergeben.

In 15 Songs zeigt Charli XCX nicht nur wie Pop klingt, sondern wahrscheinlich auch in den nächsten Jahren weiterhin klingen wird. Und das mit einer virtuosen Selbstverständlichkeit, die ihresgleichen sucht.

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