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Es gab diesmal keine Grenzen – Trentemøller im Interview

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Vaterschaftsfreuden, Songs schreiben, Windeln wechseln und spannende Kollabo-Partner ausfindig machen: Im Leben von Anders Trentemøller ging es in den vergangenen Monaten hoch her. Dieser Tage erscheint das neue Studioalbum („Obverse„) des dänischen Elektro-Ausnahmekünstlers. Wir trafen Anders Trentemøller zum Interview und plauderten über spannende Sound-Experimente, Spontan-Kollabos und die Balance zwischen Familie und Beruf.

MusikBlog: Anders, dein neues Studioalbum sollte ursprünglich ein reines Instrumentalalbum werden. Warum hat sich der Plan noch geändert?

Anders Trentemøller: Da weiß ich ehrlich gesagt gar nicht, wo ich anfangen soll. (lacht) Keine Ahnung, ich war nach der letzten Tour ziemlich durch. Wir haben ungefähr 120 Shows gespielt und ich fühlte mich total leer. Um wieder Input aufzusaugen bin ich dann irgendwann nach Schweden gefahren. Dort hab ich eine kleine Hütte angemietet und die reine Natur auf mich wirken lassen.

Das war unheimlich inspirierend. Während dieser Zeit kam mir dann auch der Gedanke, dass ich mal wieder Lust hätte, ein reines Instrumentalalbum aufzunehmen. Naja, bei mir ist es aber auch so, dass selbstgesteckte Pläne nur selten richtig durchgezogen werden. Irgendwann hatte ich dann Songs fertig, die einfach nach einer Stimme schrien. So kam dann eins zum anderen.

MusikBlog: Neben den spannenden Vocals beeindruckt das Album auch mit unheimlich vielen experimentellen Vibes. Wie kam es dazu?

Anders Trentemøller: Ich wollte diesmal Songs aufnehmen, bei denen ich mir keine Gedanken darüber machen muss, wie sie später auf der Bühne klingen. Das hat einerseits unheimlich viel Druck rausgenommen. Und auf der anderen Seite war es so, dass ich alles ausprobieren konnte. Ich konnte mich total austoben. Es gab keine Grenzen. Ich habe mit Gitarrenpedals experimentiert und so viele Synth-Spuren verwendet, bis ich das Gefühl hatte: Jetzt passt es! Das war regelrecht befreiend, ein ganz tolles Gefühl.

MusikBlog: Die zu Beginn bereits erwähnten Gesänge stammen von Lina Tullgren, Rachel Goswell (Slowdive), Lisbet Fritze und Jennylee (Warpaint). Welche Zusammenarbeit ist dir besonders im Gedächtnis geblieben?

Anders Trentemøller: Jede Kollaboration hat eine eigene Dynamik. Und es macht immer Spaß, mit neuen Leuten zusammen zu arbeiten. Diesmal erinnere ich mich besonders gerne an die Entstehung des Album-Openers „Cold Comfort“. Diesen Song hatte ich instrumental komplett fertig, als mir plötzlich der Gedanke kam: Dieser Song hat so viele Wendungen und so skurrile Sounds, da wäre es doch super, wenn da so jemand wie Rachel Goswell von Slowdive eine völlig entgegengesetzte Gesangsspur mit einbringen könnte.

Ich meine, ich bin schon seit Jahren ein großer Slowdive-Fan. Als ich dann irgendwann meine Angst vor einer Absage überwunden hatte, hab ich sie einfach ganz ungezwungen über Instagram angeschrieben und ihr von meinen Gefühlen bezüglich des Songs berichtet. Gefühlte zwei Minuten später kam schon eine Antwort zurück. Sie schrieb, dass sie meine Musik auch total abfeiere und sie große Lust hätte, mir bei dem Song zu helfen. Das war echt irre. Aber manchmal laufen die Dinge einfach so. Und dann nehmen die Dinge ihren Lauf.

MusikBlog: Gehört das Vaterwerden auch dazu?

Anders Trentemøller: (lacht) Nun, ich weiß ich nicht. Ja, ich bin jetzt Vater. Das ist schon eine ziemlich krasse Umstellung, aber auch ein wunderschönes Gefühl. Ich weiß momentan nicht so richtig, wo mir der Kopf steht. Das ist alles ziemlich viel. Aber es bringt mich auch nach vorne und sorgt für immer wiederkehrende Energieschübe.

MusikBlog: Hat das Wissen, bald Vater zu werden, dein Songwriting in irgendeiner Art und Weise beeinflusst oder verändert?

Anders Trentemøller: Das ist eine interessante Frage. Ich kann das gar nicht genau sagen. Was ich aber ganz genau weiß: Ich habe jetzt etwas weniger Zeit. Ich will ja auch mit meiner Familie zusammen sein. Also muss ich die Zeit, die ich jetzt habe, fokussierter nutzen. Ich denke, dass das der größte Unterscheid zu früher ist. Ich bin gespannt, ob sich dadurch etwas an der Atmosphäre oder dem Sound verändert. Das wird die Zukunft zeigen.

MusikBlog: Von der Zukunft zurück in die Vergangenheit: Du hast früher noch in Bands gespielt. Was war damals der Grund für den Beginn einer Solo-Karriere?

Anders Trentemøller: Ich war sehr gerne mit meinen Bands unterwegs. Aber irgendwann kam ich an den Punkt, wo mir klar wurde, dass ich innerhalb einer Band zu viele künstlerische Kompromisse eingehe. Das war der ausschlaggebende Punkt. Ich wollte mehr ausprobieren, und mit Musik mehr experimentieren.

MusikBlog: Das hast du dann auch ziemlich eindrucksvoll in die Tat umgesetzt. Heute bist du ein sehr erfolgreicher Musiker, der viele andere Künstler und Bands inspiriert. Besser als im Kindergarten zu arbeiten, oder?

Anders Trentemøller: Absolut! (lacht) Ich kann mich noch sehr gut an die Zeit damals erinnern. Glücklicherweise musste ich immer nur von Dienstag bis Donnerstag im Kindergarten arbeiten. Ich hatte also immer ein ziemlich langes Wochenende. Da war ich dann immer mit meiner Musik beschäftigt.

Die Verantwortlichen eines dänischen Künstler-Förderprogramms sind dann glücklicherweise irgendwann auf mich aufmerksam geworden. Die haben mich dann auch finanziell unterstützt. Das war dann das Ende vom Kindergarten-Job, und der Anfang meiner Musik-Karriere.

MusikBlog: Vielen Dank für das Interview.

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