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Trentemøller (Credit Sofie Nørregaard)

Trentemøller – Obverse

Für sein neues Studioalbum „Obverse“ sprengte Trentemøller  im Vorfeld alle Ketten. Was blieb, war die Aussicht auf freies Arbeiten, ohne Druck und ohne Kompromisse.

„Mir ging es diesmal darum, ein Album zu produzieren, bei dem ich mir keine Gedanken darüber machen muss, wie ich es später auf einer Bühne präsentiere“, so der dänische Regler-Maestro. Und „Obverse“ spannt genau diesen einen Faden: quer durchs Studio, einmal um alle Regler rum und wieder zurück.

Trentemøller experimentiert, probiert aus und setzt sich keine Grenzen. Schicht für Schicht und Spur auf Spur fertigt der Däne ein instrumentales Klanggerüst, das pointiert mit markanten Gesängen (Lina Tullgren, Lisbet Fritze, Jennylee) angereichert, in puncto Dynamik und Atmosphäre keine Wünsche offen lässt.

Jeder Song erzählt eine eigene Klanggeschichte. Der Opener „Cold Comfort“ eröffnet das große Ganze mit schleppender Rhythmik, noisigen Schreckmomenten und einer in Hall gebetteten Engelsstimme (Rachel Goswell).

„Foggy Figures“ startet mit Soundtrack-Erinnerungen an alte Romero-Meisterwerke. Kurz vor Schluss des Songs wendet sich das Blatt. Plötzlich lauscht man hibbeligen Jazzdrums und sphärischen Synthies.

Düstere Elektro-Flächen kündigen den „Blue September“ an. Und der letzte Kuss fällt unter einer Noise-Gewitterdecke und prasselndem Regen („A Last Kiss To Remember“).

„Obverse“ gleicht einer stimmungsgeladenen Genre-Achterbahnfahrt. Alles, was sich drehen und drücken lässt, fährt mit. Und ganz vorne in der ersten Reihe berauscht sich der Hörer an einem betörenden Elektro-Klangschaffen und an einer in Moll gegossenen Soundatmosphäre, die es vom ersten bis zum letzten Moment in sich hat.

Ist das der Soundtrack des Herbstes? Wenn ja, dann werden Fans pulsierender Elektro-Pop-Kunst ihre Gummistiefel in den nächsten Wochen und Monaten wohl nicht mehr ausziehen.

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