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King Nun – Mass

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Jawoll – sagen wir da. King Nun treten mit ihrem Debütalbum „Mass“ auf den Plan und entziehen sich jedem Zwang, im Jahr 2019 aalglatt polierten Indie machen zu müssen, wie viele ihrer Zeitgenossen. Stattdessen darf der Gesang noch zwischen Wutrede und hoffnungsloser Romantik pendeln und die Gitarren übersteuern.

King Nun veröffentlichen ihr Debüt auf dem Label Dirty Hit, über das unter anderem The 1975 und The Japanese House ihre Musik vertreiben. Es läge also nicht fern, auch von der jungen Band aus London zu erwarten, was man von den Labelmates kennt: Zwanghaft zeitgemäßer Pop mit Rock-Sympathien, die immer weiter verschwimmen.

Mit der Annahme läge man aber falsch. Denn King Nun haben am wenigsten Bock darauf, sich auf irgendeiner Meta-Ebene der Verschmelzung von Kindheitsnostalgie für die Rock-Platten der Eltern und der Begeisterung für aktuelle Trends zu widmen.

„Mass“ ist persönlich, düster – und eben zeitlos. Es ist unangenehm und invasiv.

„Black Tree“ wirkt teilweise sogar trotzig und herausfordernd, „Transformer“ tragisch und ehrlich. Sterilität bleibt das Feindbild, während Frontmann Theo Polyzoides unaufhörlich das macht, was er scheinbar am besten kann, nämlich sich selbst in unverblümter Weise die Maske abnehmen.

Metapher dienen hier dann zwar auch der romantischen Glorifizierung des Erlebten, zwischen holprigen Riffs wirken viele davon aber eher wie Vergangenheitsbewältigung.

„Mass“ ist ein Debüt, das man heutzutage nur noch selten vorgesetzt bekommt. Das einzige Konzept, das dieses Album zusammenhält, ist, dass sämtliche Songs konsequent und authentisch vom selben Erzähler erzählt werden.

Es wird keine erhöhte Position eingenommen, um aus anderer Perspektive einen Kommentar abzugeben über etwas, das sowieso viel größer ist. „Mass“ ist der Beweis dafür, dass Ehrlichkeit nicht nur entwaffnend sein kann, sondern im gleichen Moment auch die eigene Rüstung abstreift.

Im inszenatorischen Wahn aktueller Pop-Rock-Acts – und davon sind auch The 1975 und Pale Waves nicht unbedingt auszuschließen – wirken King Nun wie die unwahrscheinliche Band, die es auch geschafft hat. Zum Glück.

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