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Nick Cave And The Bad Seeds – Ghosteen

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Drei Jahre liegt das trauer-getränkte „Skeleton Tree“ zurück, und obwohl Nick Cave bereits Anfang des Jahres von kurz vor der Vollendung stehenden neuen Material berichtete, kam die Ankündigung der neuen Nick Cave & The Bad Seeds-Ausgabe vor einer Woche einigermaßen abrupt.

Vom Australier war noch nie Euphorisches zu erwarten und „Einige seiner Lieder kommen ihm nachts in seinen Fieberträumen“ wie seine Frau Suzie erklärte. Angesichts dessen erscheint mit „Ghosteen“ ein Album, welches Verlustaufarbeitung auf transzendentale Ebenen verlagert.

Als wären sie die, im Farbkasten der naiven Kunst geborenen, Tiere auf dem Cover, sammeln sich die Songs um den 62-jährigen, um gemeinsam auf eine Arche dem weißen Licht hinter den Bergen zuzustreben, dem Erfüllungssort, an dem nicht nur Sohn Arthur, sondern alle anderen den Zeitfluss hinunter Getriebenen (Bad Seeds Tastenmann Conway Savage gehört seit letztem Jahr dazu) warten.

Behutsam betritt Nick Cave das, von Sounddirektor Warren Ellis aus analogen Klangschleifen zusammengebaute, musikalische Fundament vom „Spinning Song“, ist hier mehr Erzähler als Sänger, instrumentalisiert Elvis als Künder von der Schwere und der Last des Lebens, die auch ein großer Teil der Platte transportieren wird.

Sensibel und doch unaufhaltsam wie die Maschine eingangs von „Waiting For You“ erzählt Teil 1, die „Kinder“ unter den Songs, religiös durchtränkt von Schicksal und Verlust, so eindringlich, als ob – wären die Nummern Lemming – ihr Sturz von der Klippe unmittelbar bevor stünde.

Aber Kinder sind grundoptimistisch, die brennenden Landschaften von „Sun Forest“ (könnten die Regenwälder am Amazonas sein) oder sonstige scheinbar noch so aussichtslose Lagen lassen sich mit Hilfe eines Mannes der, getragen von Pianotönen und begleitet von einer Band, die – die Kapitel kosmisch-schemenhaft, voller geschwungener Melodien und abseits konventioneller Songstrukturen illustrierend – tröstend zur Seite steht, zum stimmigen Ganzen wandeln.

Teil 2, der „Elternteil“, spiegelt die Unentschlossenheit der Erwachsenenwelt mit deren dauerhaft unproduktiven Abwägen, dem sich in Erklärungen und Optionen verzettelnden, dargestellt in der ausufernden Länge des Titeltracks, der, nicht nur wegen seiner Orgel einer Messe der Verzagtheit gleicht.

„I’m just waiting for peace to come“ singt Nick Cave im noch ausgiebigeren „Hollywood“ während seine Kollegen im Background das Lament anstimmen.

Vielleicht hilft die Kommunikation auf The Red Right Hand Files dem Schmerzensmann, seinem Seelenheil auch ohne weißes Licht ein Stück näher zu kommen, das Schreiben von Songs scheint dabei wichtiger denn je.

Irgendwann dürften Momente kommen, an denen für viele Menschen seine berührenden neuen Lieder wieder zu Licht in finsterster Nacht werden.

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