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Elbow – Live im Schlachthof, Wiesbaden

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Elbow sind etwas in die Jahre gekommen. Nicht, dass sie jemals juvenil in die Bresche gesprungen wären, aber so altersmilde wie heute im Schlachthof Wiesbaden hatte man sie doch nicht ganz in Erinnerung.

Das hängt damit zusammen, dass die kreativ etwas schlaffe aktuelle Platte „Giants Of All Sizes“ die Setlist dominiert, dazwischen aber auch mehr Unwahrscheinliches als Erhofftes den Abend streckt denn verzaubert.

Sicher, Guy Garvey ist und bleibt ein Knuddelbär, dessen Ansagen der Band die extra Sympathiepunkte einbringen – neben den unbestrittenen Großtaten in existentialistischer Melancholie, die sie seit fast 30 Jahren mit handwerklichem Geschick von Manchester aus in die Pubs und Kopfhörer einer treuen und begeisterten Fangemeinde streuen.

Dass er zu den besten Sängern der Indiewelt zählt, ist weiter unbestritten und kann auch heute Abend in Songs wie „Mirrorball“, „Little Fictions“ oder „Magnificent (She Says)“ eindrucksvoll unter Beweis gestellt werden.

Doch dazwischen sind seine Ansagen häufig unterhaltsamer als die pathosgeladenen Stücke von „The Takeoff And Landing Of Everything“ oder „Giants Of All Sizes“.

„Es sind viele schöne Dinge passiert in den vergangenen Jahren. Ich wurde Dad. Mein Sohn sieht aus wie ich, damit muss meine Frau jetzt klarkommen“, sagt Garvey zwischen etlichen „Beautifuls“, weil das Schlachthof-Publikum seine dirigierten Einsätze durchzieht und das Geburtstagsständchen für Bassist Pete Turner bereitwillig anstimmt.

Musikalisch sind Elbow im Grunde aber dann am besten, wenn sie entweder richtig perkussiv zu Werke gehen oder doch ganz leise treten. Vieles liegt heute auf halbem Wege dazwischen. „Grounds For Divorce“ und die beiden Zugaben „Lippy Kids“ und „One Day Like This“ einmal ausgenommen. Die waren aber ohnehin gesetzt.

„My Sad Captains“ widmet Gurvey allen Freunden, die in den letzten Jahren von ihnen gingen. Für wie viel mehr Gänsehaut hätte hier wohl das tatsächliche „Friend Of Ours“ aus ihrer Konsensplatte „The Seldom Seen Kid“ gesorgt?

Und von „Cast Of Thousands“, dem zweite Meisterwerk in ihrer Diskografie, fehlt jede Spur, dabei ist darauf jeder Ton tiefschürfender als das Gros der Songs auf den letzten drei Alben.

Das heißt letzlich nicht, dass Elbow auf einem absteigenden Ast sind. Sie bannen noch immer Jung und etwas mehr Alt. Und wer hier den Erstkontakt mit ihnen erlebt, sie vielleicht mit ihren neueren Alben gar erst entdeckte, wird ganz sicher weniger kritisch urteilen.

Für alle anderen gilt, eventuell abzuwarten, bis die Jubliäumstouren zu den Meisterwerken anstehen.

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