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Elbow – Giants Of All Sizes

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Guy Garvey ist wütend – und das steht Elbow verdammt gut.

Eigentlich kennt und liebt man die mittlerweile zum Quartett geschrumpften Briten genau für das Gegenteil: Lebensbejahende Indie-Pop-Hymnen, die eine Prise Hoffnung im Knopfloch haben und Dank der großartigen Stimme von Garvey immer weniger als einen Katzensprung vom Kitsch entfernt sind.

Natürlich geht es auch auf „Giant Of All Sizes“ um die großen, zwischenmenschlichen Gefühle. Da wäre zum Beispiel „Weightless“, das die Platte in versöhnlichem Ton enden lässt, während Garvey den Tod seines Vaters besingt und das Schiff trotz Streichern, Klavier-Arpeggien und Background-Chören sicher an der Klippe des Pathos vorbei lenkt.

Aber das ist eben längst nicht alles, was „Giant Of All Sizes“ kann. Im völligen Kontrast dazu steht das siebenminütige „Dexter & Sinister“, das  den Kampf mit „Starlings“ als bestem Opener der Elbow-Geschichte guten Gewissens aufnehmen kann.

Das Klavier tastet sich leise ran, die Synthies testen die Höhen und die Streicher erobern den Saal aus der Hinterhand. Das Intro klingt wie das Stimmen in einer Philharmonie, bevor sich Streichereinspieler mit einer groovenden Bassline batteln, während Garvey dazu den Glauben verliert.

Aber wie könnte man das auch nicht bei der Welt, in der wir gerade leben? Klimawandel, Brexit, die Gespaltenheit in der Bevölkerung, die mittlerweile in vielen Ländern zur Regel geworden ist.

All das thematisieren Elbow auf „Giant Of All Sizes“, ohne dabei den Zeigefinger zu erheben oder ihre Aussagen unnötig zu verschleiern. Den Spagat muss man auch erst mal schaffen.

Apropos Brexit. Sollte der tatsächlich stattfinden und eine Hymne brauchen, dann gäbe es auf „Giant Of All Sizes“ den perfekten Anwärter. Denn was könnte besser passen, als wenn Garvey seinen beruhigenden Gesang zu Zeilen wie „Empires crumble all the time“ in Moll taucht und die Synthies sich spiralförmig in ein tiefes Loch bewegen.

Aber wer weiß, vielleicht kommt von irgendwo ein Hoffnungsschimmer her, der die Lage genau so wie die kurzen lichten Momente, die einen Schimmer von Radiohead über „Empires“ legen plötzlich doch noch zum Guten wendet.

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