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Gengahr – Sanctuary

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Wieder einmal lässt sich eine Band von Homers „Odyssee“ inspirieren. Dies mal sind es die vier Briten von Gengahr. Klappt das oder ist „Sanctuary“ mehr vertonte Doktorarbeit als hörenswerte Platte geworden?

Direkt ums große Ganze geht es in „Everything & More“. Mit diesem Song eröffnen die Schulfreunde Felix Bushe, John Victor, Hugh Schulte und Danny Ward ihren dritten Longplayer.

In der Erzählung von Homer kommt der König von Ithaka durch widrige Winde von der Route ab und irrt zehn Jahre umher. Gengahr haben dazu einen Song gemacht:

„Atlas Please“. Sphärischen 80er Keyboards und der hohe Gesang von Felix Bushe klingen bei dem Song nicht total neu, aber trotzdem richtig gut.

Heavenly Maybe“ besticht durch einen tanzbaren Basslauf. Lässig und unterkühlt. Wer dazu tanzt, vergisst für dreieinhalb Minuten alle Sorgen. Der Gesang erinnert an das laszive Genäsel von Brett Anderson, seines Zeichens Frontmann von Suede.

Futuristisch und nicht greifbar klingt „Fantasy“. Die britische Pop-DNA hört man auf „Sanctuary“ immer wieder durch: „Fantasy“ könnte auch ein Interlude der Pet Shop Boys sein.

Eine klassisch-treibende Uptempo-Nummer ist „You`re No Fun“. Wenn danach „Soaking In Formula“ läuft, kann man direkt weitertanzen.

Entspannt, wie der letzte Abend am Meer unter sternenklarem Himmel und Mondschein, so klingt „Moonlight“. Ganz ohne „Cats“, dafür aber mit Sandrassel-Ei, was für einen dezenten Rhythmus sorgt.

Fazit: Die dritte Platte des Quartetts ist keine vertonte Doktorarbeit oder gar musikalische Irrfahrt geworden. Jack Steadman vom Bombay Bicycle Club hat „Sanctuary“ produziert und ganze Arbeit geleistet.

Die zehn Songs auf dem neuen Gengahr Werk sind perfekt zwischen anschmiegsamen Hörgenuss und tanzbarem Indie-Electro ausbalanciert.

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