Generic selectors
Exact matches only
Search in title
Search in content
Search in posts
Search in pages
Caribou (Credit Amber Elise)

Caribou – Suddenly

Die Möglichkeiten der elektronischen Musik erscheinen stellenweise noch unbegrenzter als die der analogen. Hier eine Verzerrung, dort ein Beat in einer extravaganten Tonlage, da perfekte Wiederholungen der immer gleichen Passage oder clever untergebrachte Samples.

Was oft nach noch passionierter Spielerei klingt, kann ebenso tiefgreifende Kunst sein. Auch bei Caribou verschwimmen diese sowieso schon schmalen Grenzen ins Untrennbare.

Sein neues Album „Suddenly“ bleibt so elektronisch durchwachsen, wie man es von dem Musiker aus London gewohnt ist. Weder ein Genre, noch eine herausstechende Inspiration lassen sich so einfach bestimmen, wenn der Opener „Sister“ Synthie-Töne entgleisen lässt und dazu Caribous melancholischen Gesang einspielt oder das poppigere „New Jade“ mit rhythmischen Wiederholungen und Verzerrungen punktet.

Caribou bewegt sich in den 12 Songs irgendwo zwischen House und Electronic mit poppigen Einflüssen, wie in der verspielten Single „You And I“.

Die Passion und Inspiration, mit denen er an seine Songs und Mixe herangeht, finden sich auch in seinen Samples wieder, die Caribou, der eigentlich Daniel Viktor Snaith heißt, in ihre Einzelteile zerlegt („You And I“, „Home“). Oder in den musikalischen Drehungen und Wendungen, die sich als scheinbar einzig erkennbares Element wie ein roter Faden durch „Suddenly“ ziehen.

Auch in „Never Come Back“ setzt er auf diese Art von Überraschung und ständige Brüche: Der sommerliche House-Hit startet zunächst mit entspannten Beats und Lyric-Wiederholungen, bis der Keyboard-geprägte Bruch einsetzt und der Schritt zur Tanzfläche nur noch ein ganz kleiner ist.

Gleichzeitig erzeugt „Never Come Back“ eine Unbeschwertheit, auf die sich wohl viele einigen können. Es sind diese Übergänge von lässigem Electro-Pop-Flair bis zum tanzbaren Beat, die nicht nur „Suddenly“, sondern auch Caribous Sound allgemein auszeichnen.

Wo er die Grenzen eines Genres fast unbemerkt überquert, scheitern andere genau an diesem Punkt daran, authentisch bei ihrer Sound-Zusammenstellung zu bleiben. Die Möglichkeiten der elektronischen Musik nutzt Caribou schon längst für sich und seine Kunst.

Schreibe einen Kommentar

Enable Notifications    OK No thanks