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Klangstof (Credit Bibian Bingen)

Klangstof – The Noise You Make Is Silent

Klangstof ist Koen Van de Wardt. Der Niederländer mit norwegischen Wurzeln hat die stets Neues suchenden, verkopften Electro-Pop-Großstädter auf seine Seite gezogen mit dem 2016er Debüt „Close Eyes To Exit“.

Mäandernde Soundschichten, dream-poppiges Songwriting, gefühlvolles anti-machoides Gesinge. Einer urbanen Geschmacksentwicklung folgt diese Art moderner Popmusik, die sich zum Großteil junger, nachdenklicher Hörerschaft erfreut.

Die Gefahr, die darin liegt: Das brennt auch schnell aus. Intellektuellen Electro-Pop gibt es nun wahrlich zu genüge derzeit, sich da zwischen all den brandaktuellen Versionen von zeitlose-verkopften Synth-Pop abzuheben, fällt Klangstof auf „The Noise You Make Is Silent“ – ein schön nichtssagender Intellektuellen-Titel – eindeutig nicht leicht.

M83, Future Islands, Jagwar Ma, Lower Dens, Glass Animals, Hundreds: Tausendundeine Indie-Band winken bei jeden zweiten Gefühlsmoment von Klangstof zweitem Album um die Ecke. Winken und sagen dabei gleichzeitig: Das können wir besser.

Der zum Trio umbesetzten Band (Koen Van de Wardt, Wannes Salome und Erik Buschman) fehlt das Wagnis.

Alles plätschert hübsch, alles ist handwerklich sauber und wohl überlegt in Formen gegossen – Synthies decken die Wände dick, Gitarren dürfen manchmal Farbtupfer setzen, rhythmisierende Bass-Gitarren machen aus den Avantgarde-Ansätzen einfachen Pop.

Tausend Loops und reingeschmuggelte Samples zeugen von Studio-Fleiß. Das kann man so alles schon machen auf dem Zweitwerk.

Wer in diesem Sound aufgeht, kriegt ein Ticket zum zurückgezogenen Träumen. Klangstof leiden allerdings unter dem selbstgewählten Schicksal, dass es in ihrer spezifischen Spielart des Pop viel zu starke Konkurrenz gibt, die ihr Zweitwerk ziemlich mittelmäßig aussehen lässt.

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