Generic selectors
Exact matches only
Search in title
Search in content
Search in posts
Search in pages
U.S. Girls (Credit Jeff Bierk)

U.S. Girls – Heavy Light

Nur zwei Jahre nach dem gefeierten „In A Poem Unlimited“ legt Meghan Remy mit ihren U.S. Girls nach. „Heavy Light“ setzt dabei die Streifzüge in die Bereiche Soul und Disco-Pop fort, die U.S. Girls auf „In A Poem Unlimited“ zu erforschen begannen.

Auf ihrem siebtem (bzw. achten) Album gilt außerdem weiterhin:

Konvention zählt nicht zu ihren Stärken, Flexibilität schon. Ihre Musik liegt auf einem breitgefächerten Spektralkreis, der für den gemeinen Pop-Fan so unsichtbar bleibt wie UV-Licht.

Der leichtfüßige und amerikanisch-blumige Auftakt in „4 American  Dollars“ ist da noch am ehesten unter der Rubrik harmlos schön einzustufen. „IOU“ wirkt dagegen schon fast gospel-gleich und steht mehr in der Tradition von Kate Bush oder Joanna Newsom.

Wie vielschichtig diese Arbeiten ausfallen, lässt sich erst nach einigen Hördurchgängen nachvollziehen und mit einer massiven personellen Aufstockung erklären.

Während auf der Tour zu „In A Poem Unlimited“ die Livebesetzung schon auf acht anstieg, wuchs das Studiopersonal für „Heavy Light“ nochmals auf ganze 20 Sessionmusiker an, die die Platte live einspielten. Darunter niemand geringeres als Bruce Springsteens E-Street-Band-Saxofonist, Jake Clemons.

Diese Söldnerarbeit tritt jedoch nie ins Rampenlicht, sie lässt die Songs aber unverschämt reif in die Tiefe wachsen, wo Remys Tremollo in der Stimme Stücke wie „Born To Lose“ zu CocoRosie gleichem Alternative-Pop ausformt.

Wo Pauken, Bläser und handverlesene Percussions „Denise Don’t Wait“ zu einem der eindrücklichsten Songs ausformulieren, der am Ende mit kluger Mehrstimmigkeit weit aufmacht.

Dazwischen streut Remy Sprachaufnahmen, die sie als „Advice To Teenage Self“ etikettiert und die neben „The Most Hurtful Thing“ und „The Color Of Your Childhood Bedroom” Reflexionen über Kindheitserfahrungen zum Ausdruck bringen.

Nicht zuletzt deshalb ist „Heavy Light“ Remys persönlichstes Werk mit den U.S. Girl geworden, das sich von den Charakterstudien früherer Alben wegbewegt und stattdessen Material verwendet, das die Erfahrungen von Meg Remys Vergangenheit in facettenreiche Spektralfarben geistreicher Popmusik übersetzt.

Schreibe einen Kommentar