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Moby (Credit Jonathan Nesvadba)

Moby – All Visible Objects

„You thirty six year old bald headed fag“ keilte Eminem („Without Me“) Anfang der Nuller-Jahre Richtung Moby aus, ihm die musikalische Empathie für nachrückende Generationen absprechend.

Der Gedisste nahm`s gelassen, hatte schließlich mit den frühen Knallern von „Go“ bis „Feeling So Real“ und später mit den Alben „Play“ und „18“ Meilensteine in die Club-Landschaft gesetzt, die nicht nur Ü30-Menschen Herz und Portemonnaie öffneten.

Kleinklein war ohnehin nie seine Sache. Seit Jahr und Tag als Kämpfer für das Gute unterwegs, hatte er stets höhere Ziele im Fokus und natürlich fließen wieder signifikante Teile der Erlöse von „All Visible Objects“ dem Gemeinnutz zu, werden die 11 Tracks auch inhaltlich Tier- und Umweltschutz sowie Menschenrechte supporten.

Apollo Jane, Mindy Jones und Kwesi Johnson sind Gäste auf Album Nummer 12, ein Geistesverwandter in Sachen Political-Correctness war bereits auf dem Vorab-Release „Power Is Taken“ zu erleben:

D.H. Peligro, Dead-Kennedys-Drummer (schließlich ist auch Moby in seinem Heimat-Genre verwurzelt) verhalf der Single zu seiner explosiven Techno-Punk-Attitüde.

Den Funken der dort ausgegebenen Losung: „Must fight against the oppressors“ trägt der Rest der Platte im Herzen. Unterdrückern freigeistlicher, nachhaltiger Lebensweise wird mit dem, was das Arsenal des Multitaskers zu bieten hat, die Stirn geboten wird:

Mit rauschhaften Synthies, verträumten Ambient, verspieltem House und der melancholischen Einsamkeit des E-Pianos.

„Morningside“ ist zu Beginn der wake-up call für eine Reise in die Zeit der Massen-Raves, ein Ausflug in die 90er, als die Welt – ob schwelgerisch wie in „My Only Love“, leichtfüßig bei „One Last Time“ oder dynamisch mit „Rise Up In Love“ – in eine friedliche Zukunft zu tanzen schien.

Moby verwaltet das von ihm selbst hinterlassene Erbe elektronischer Tanzmusik mit reichlich Retro-Charme, ohne dabei auf unerwartete Hinhörer – etwa das Jazz-Rendezvous von „Too Much Change“ – zu verzichten. Es beeindruckt die Partitur „Separation“, fesselt das Hypnotische von „Tecie“.

Und wenn das epische Titelstück mit seiner Kubrick-Attitüde dem Sichtfeld in Richtung Weltall entglitten ist, bleibt „All Visible Objects“ als inspiriertes Moby-Spätwerk in Erinnerung.

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