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Moby – Everything Was Beautiful And Nothing Hurt

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Nein, nicht alle Vegetarier in der Popkultur sind so misanthropisch drauf wie Morrissey. Nehmen wir zum Beispiel Moby: Der einstige Techno-Musiker präsentiert mit „Everything Was Beautiful And Nothing Hurt“ umgarnende Sounds mit einfühlsamen Lyrics. Trotz des drohenden Weltuntergangs hat der DJ seinen Humor nicht verloren und bescheuerte Zitate vermisst man bei ihm auch.

Ein kurzer Schwenk zurück. Als Eminem Moby 2002 disste, war das natürlich dumm. Zum einen die These, dass niemand Techno hören würde. Zum anderen die implizite Annahme, dass Moby nur Techno machen würde. Das war damals schon falsch. Denn der gebürtige New Yorker vermengte seine Beats oft mit Einsprengseln aus House sowie anderen Genres und griff ebenso zur E-Gitarre.

Zuletzt erschien seine Biographie und Moby bastelte an überraschenden und ultralangen Ambient-Skizzen in der Tradition von Brian Eno sowie Songs über die Apokalypse. „Everything Was Beautiful And Nothing Hurt“ setzt bei letzterem an – und wirkt phasenweise trotzdem angenehm bis hoffnungsvoll. Das Material klingt vor allem organischer und setzt noch stärker als bis dato auf Band-Performance.

Das muss sich mit elektronischem Format ja nicht ausschließen. In Songs wie „The Tired And The Hurt“ hören wir Trip-Hop mit britischem Anstrich. Und irgendwo im Hintergrund scheinen Keyboards „Born Slippy“ von Underworld im Zeitlupenmodus nachzuspielen, jenen gewaltigen Kracher vom „Trainspotting“-Soundtrack. Nur „The Sorrow Tree“ offenbart eine wirklich technoide Grundierung.

„The Tired And The Hurt“ gibt sich hingegen orchestraler. Die Nummer spielt mit Streichern sowie streichelnder Percussion und konterkariert so die eher düstere Stimmung von Titeln wie „Like A Motherless Child“. Hier covert Moby mit der Soulsängerin Raquel Rodriguez und modernsten Mitteln ein altes, aus dem 19. Jahrhundert tradiertes, afroamerikanisches Lied über die Leiden in der Sklaverei.

In „Mere Anarchy“ gibt sich Moby hingegen industrial-affin und im Midtempo. In anderen Stücken erkennt man seine alte Sympathie für melancholischen House und Piano-Loops wieder.

Noch so ein Topos: Seine persönlichen Spoken Word-Vocals, die gelegentlich stoisch, aber jederzeit emphatisch wirken. Im abstrakten Sinne geht es um Isolation, Untergang und das Gefühl von Unfreiheit.

Mit Sicherheit kann man diverse Zeilen auch als Fingerzeig auf das gegenwärtige Amerika lesen. Moby verkneift sich aber explizite Statements zu Trump, den er auf seinem Instagram-Profil gerne mal verspottet.

Auch sein Engagement für Tierrechte bindet uns der Multiinstrumentalist nicht in jedem Song auf die Nase – auch wenn er auf dem Cover zwei Menschenkörper mit Kuhköpfen versah.

Dieses fordernde, teils kryptische, aber immer wieder Hände reichende Album schließt am Ende mit Klavier, Soulstimme und satten Hip-Hop-Beats. Wenn Eminem ehrlich wäre, müsste er zugeben, dass ein Feature mit Moby doch eigentlich ziemlich fett wäre.

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