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Asgeir – Time On My Hands

Wird die Welt gerade etwas zu viel? So geht’s uns wahrscheinlich allen immer öfter. Und auch, wenn das keine Dauerlösung ist: Einfach mal „Time On My Hands“ von Ásgeir über die Kopfhörer laufen lassen, alle Ablenkungsquellen eliminieren und den Lärm dieser Welt für 36 Minuten stummschalten. Denn genau dazu lädt die sphärische Musik des neuen Albums ein.

Ganz vorzüglich geht das beispielsweise mit der Vorab-Single „Limitless“. „When you’re on a crowded city street / Shouting people, sirens never sleep / Take a look at the limitless outer space / When the blue grows a darker and deeper shade / And you’ll surely hear the racket fade away”, singt Ásgeir zu einer warmen Akustik-Gitarren mit einer ordentlichen Portion Hall auf der Stimme, die trotzdem so weit von Kitsch entfernt ist wie der Ballermann von musikalischem Niveau.

Die Klangflächen und der ein oder andere verfremdete Soundschnipsel sorgt für das sofortige Fühlen der atmosphärische Weite, die Ásgeir in seinen Lyrics besingt und vor der man sich angenehm demütig und unbedeutend fühlt. Der Isländer weiß schon, warum er sich dieses Juwel bis zum Schluss von „Time On My Hands“ aufgespart hat. Wie könnte man ein Album schöner enden lassen?

Ásgeir hat schon immer mit elektronischen Elementen geflirtet und sich als Großmeister darin etabliert, eine wunderschöne Melange aus Akustik und Elektronik zu erschaffen, bei denen man die Weiten Islands förmlich vor seinem inneren Auge vorbeiziehen sieht.

Darin ist auch „Time On My Hands“ keine Ausnahme. Vielmehr räumt Ásgeir den elektronischen Elementen auf seinem vierten Album noch größeren Raum ein, wie Songs wie „Borderlines“ oder „Snowblind“ beweisen, die sich mit einem poppigen Refrain im Gehörgang festsetzen und einen sogar kurz nach den Tanzschuhen greifen lassen.„Giantness“ weckt gar Radiohead-Assoziationen.

Diese leichte Verlagerung könnte auch daran liegen, dass Ásgeir zum ersten Mal in der Karriere seinem Produzenten freiere Hand gelassen hat, sich so mehr auf das Songwriting konzentrieren konnte und laut eigener Aussage damit seine Komfortzone verlassen hat. Der Mut hat sich gelohnt.

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