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Blanco White (Credit Sequoia Ziff)

Blanco White – On The Other Side

Nach drei erfolgreichen EPs kommt jetzt das von großen Erwartungen begleitete Debütalbum „On The Other Side“ von Josh Edwards alias Blanco White. Es enttäuscht zu keiner Sekunde.

Dabei ist das atmosphärische Wesen von „On The Other Side“ eines, für das zig Querverweise aufleuchten, nicht alle taugen prompt zu Jubelstürmen. Die hallenden Bassdrums im Opener und Titelsong verorten den britischen Singer/Songwriter zunächst in einer melodramatischen Popecke, die Bastille besetzen.

Mit „I Belong To You” und spätestens bei “All That Matters“ offenbart sich allerdings die ausladende Schönheit dieses Albums. Der pointierte Alternative-Folk mit orchestralem Untersatz macht Stück für Stück mehr Sinn und mehr sein eigenes Ding.

Klingt Edwards mit seiner durchdringenden Stimme mal nach Matthew And The Atlas und dann fast wieder nach Chris De Burgh, ist das Beste an diesem Debüt, wie weit er seine Songs trägt, an Orte, die diese Referenzen nie gesehen haben.

Edwards studierte Flamenco-Gitarre in Spanien und entdeckte in Südamerika die Charango – eine kleine Gitarre aus den Anden, gleich einer Ukulele, nur mit mehr Saiten. Wie selbstverständlich die andalusischen und lateinamerikanischen Einflüsse hier auf den nährstoffreichen Folkboden der Insel fallen, bleibt als Vermächtnis.

Es entstehen kosmopolitische Schönheiten wie „Desert Days“ oder das an den Horizont komponierte „So Certain“. In der stilvollen, nie überladenen Kombination aus Folklore, weltmusikalischen und orchestralen Elementen greift „On The Other Side“ in den besten Momenten nach dem Meisterwerk „The Opiates“, das Thomas Feiner 2008 zusammen mit Anywhen veröffentlichte und bei Discogs & Co. zu den teuersten Platten der jüngeren Geschichte zählt.

Vorstellbar, dass in einigen Jahren auch „On The Other Side“ als Geheimtipp gehandelt wird, und die Handwerkskunst von Blanco White, gepaart mit einer gewissen Limitierung der Verfügbarkeit, die Preise treibt.

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