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Pottery (Credit Brooke Rutner)

Pottery – Welcome To Bobby’s Motel

Pottery durchmessen auf ihrem Debütalbum einmal die Klischees des globalen Garage-Rock und den Setzkasten des weniger globalen Post-Punk – und verschwinden wieder in der franko-kanadischen Belanglosigkeit, der sie hervorzusteigen hofften.

„Aber aber“ ruft der Weltmusikversteher, der in zickigen Stücken wie „Down In The Dumps“ die exotischen Klaubereien hört, die White Denim auch in schwächeren Songs schon zigfach besser umgesetzt haben als das Quintett aus Montreal.

Ungelenke Tempowechsel im instrumentalen Opener und Titelsong, der abrupt endet, ohne auf die darauffolgende Garagenrock-Nummer „Hot Heater“ der Marke The Hives vorzubereiten, sind schon zu Beginn Stolpersteine, die im Laufe der 11 Songs tendenziell noch mehr werden.

Natürlich haben die Genres, die sich Pottery aneignen, per se wenig mit Zeitgeist zu tun. Wer davon unbeirrt schon immer die zappeligen Unruhestifter Talking Heads zu schätzen wusste, kann auf Tom Goulds „What’s In Fashion?“ aber maximal „Maoam“ skandieren.

Die Zutaten sind schlicht zu wenig retro, um damit als hip zu gelten, und doch zu angerostet, um einen postmodernen Eklektizismus abzumelken.

Ein paar The-Clash-Zitate, ein bisschen Schlagzeug-Simplizissimus a la Meg White, ein paar deplatzierte Funk-Gitarren – und man hat genug gehört, um sich nach einem halben Durchlauf nicht noch bis zu „Take Your Time“ oder „Hot Like Jungle“ zu langweilen.

Ja, auch in der Wahl der Songtitel ist „Welcome To Bobby’s Motel“ so unvorteilhaft und unbeholfen wie ein Marathonlauf in Skischuhen. Wenn es doch nur wenigstens so bescheuert wäre. Aber für Ironie sind sich Pottery zu fein.

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