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Protomartyr (Credit Trevor Naud)

Protomartyr – Ultimate Success Today

Das Ende der Welt, die Apokalypse, das große Drama um die Verkümmerung der gesellschaftlichen Moralvorstellungen und Werte: Nur allzu gerne stürzen sich Bands und Künstler bei der Themensuche für ein neues Schaffen in die Tiefen der Schattenwelt.

Auch die Post-Punks von Protomartyr bewerben sich dieser Tage mit der Veröffentlichung ihres neuen Studioalbums „Ultimate Success Today“ um ein Mitmach-Ticket für das Rennen um den „Soundtrack der Corona-Krise“-Pokal.

Die Mannen um Band-Mastermind Joe Casey haben auch durchaus Chancen auf den imaginären Titel. Mit ihrer atmosphärischen Mixtur aus noisigem Indie-Alternative und post-punkigem Freestyle-Jazz treffen Protomartyr in punkto Stimmungsbild nämlich direkt ins Schwarze.

Ebenfalls passend wie Arsch auf Eimer präsentiert sich Caseys düstere Untergangslyrik. Scharf wie Teppichcutter schneiden sich Texte über den Niedergang des humanen großen Ganzen durch die Boxen, während sich der Raum mit bluesigem Punk-Noise füllt.

Angereichert mit zuckenden Bläser- und Streichereinschüben und befeuert von einer Wall of Sound aus dröhnenden Gitarren, stoischen Drums und Caseys eindringlichen Worten, graben sich die zehn neuen Songs ganz tief in die Dunkelheit ein.

Gibt es Hoffnung? Vielleicht. Vielleicht aber auch nicht. Schlussendlich spielt es nur eine untergeordnete Rolle, ob unter all dem Schutt und all dem Chaos doch noch der Schlüssel zur Befreiung verborgen liegt.

Was im Hier und Jetzt nur wichtig erscheint, ist die Erkenntnis, dass man der sich immer weiter ausbreitenden Dunkelheit mit reinigenden Sounds in den Ohren begegnen kann. Aufhalten lässt sich dadurch wahrscheinlich nicht all zu viel. Aber so siecht man wenigstens mit einem Lächeln im Gesicht dahin.

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