Elis Noa – What Do You Desire?

Die Globalisierung erzeugt im Pop Widersprüchlichkeiten. Auf der einen Seite werden immer mehr zeitlich vergangene und geografisch weit entfernte musikalische Stile zu einem Brei vermengt, quasi kapitalistisch eingesogen und aufgebraucht, auf der anderen Seite kommt am Ende als Essenz erstaunlich häufig ein uniformer Sound heraus.

Electro, Pop, Soul und eine gewisse Form von Sex-Appeal haben auch die Newcomer von Elis Noa. Wie mittlerweile fast jeder, der im heutigen Pop-Geschäft erfolgreich sein will.

Dabei hört sich der synthie- und beat-getriebene Sound von Elis Noa an, als käme er entweder aus dem Herzen Londons oder dem neuesten Trendbezirk New Yorks.

Doch Elis Noa sind ein als Trio gestartetes Duo aus Wien. Aaron Hader und die aus Südtirol stammende Elisa Godino machen auf ihrem Debütalbum „What Do You Desire?“ das, was junge Großstadtduos gerade mehr oder weniger alle machen: Sie singt betörend und er provided die Beats.

Ich habe dem mittlerweile nicht mehr viel hinzuzufügen. Wer mit dieser derzeitigen Soundwelt gemeinsam pubertiert und erwachsen wird, kann hier womöglich allerhand Facetten abgewinnen.

Insgesamt aber fügen sich Elis Noa mit ihrer Reduziertheit und ihrer Überemotionalität ein in eine Einheitsbrei-Welt der Langeweile. Elektronischer Pop über Liebe – ganz besonders, ganz speziell, ganz eigen.

Möglicherweise Tausende junge Damen können so schön singen wie Elisa Godino, möglicherweise zehntausende Dudes so zielsicher club-taugliche Beats beisteuern wie Aaron Hader.

Dass sie sich durchgesetzt haben, gesignt wurden und professionell Musik veröffentlichen dürfen, hat leider erstaunlich oft weniger etwas mit Talent als mit den richtigen Voraussetzungen oder Beziehungen zu tun. Wer 19 ist und jetzt das erste Mal das Herz gebrochen bekommt, hier ist Futter.

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